US-Verteidigungsminister Carter | Bildquelle: AFP

USA töten IS-Kommandeure Schwächen Tötungen den IS?

Stand: 26.03.2016 04:42 Uhr

Die USA haben in der Vergangenheit bereits mehrere wichtige IS-Anführer in Syrien getötet. Doch schwächt das die Terrormiliz wirklich? Kritiker der US-Regierung sagen, die Aktionen würden IS nicht daran hindern, Angriffe zu verüben.

Von Rolf Büllmann, ARD-Studio Washington

Abdul Rahman Mustafa al Kaduli - auch bekannt als Hadschi Iman - war eine wichtige Größe innerhalb der Terrororganisation "Islamischer Staat". Er war die Nummer zwei, hinter IS-Chef Abu Bakr al Bagdadi, und er war sozusagen der Finanzminister der Terrorgruppe. Sieben Millionen Dollar Kopfgeld waren auf ihn ausgesetzt, nur al Bagdadi ist den USA mit 10 Millionen Dollar noch mehr wert.

US-Spezialeinheiten haben al Kaduli jetzt offenbar getötet - ein schwerer Schlag gegen den Terror, so US-Verteidigungsminister Ashton Carter: "Dadurch, dass wir diesen IS-Anführer ausgeschaltet haben, werden die Fähigkeiten des IS deutlich eingeschränkt, innerhalb und außerhalb von Irak und Syrien Aktionen durchzuführen. Er ist nach dem Kriegsminister der Terrorgruppe, den wir vor Kurzem getroffen haben, schon der zweite hochrangige Führer, den wir dieses Jahr erfolgreich ins Fadenkreuz genommen haben."

USA töten IS-Finanzchef al-Kaduli
nachtmagazin 00:58 Uhr, 26.03.2016, Ina Ruck, ARD Washington

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Schwächung für den IS

Und auch Terrorexperten sind sich einig: Die jüngsten Tötungen seien sehr signifikant, und würden den IS schwächen. Durch den Tod von al Kaduli werde die Finanzierung für Operationen im Irak und in Syrien erschwert, sagte Laith al Khouri dem Sender NBC. Und Paul Cruikshank - auch er ein Terrorismusexperte - sagte CNN: "Das sendet eine klare Botschaft an die Führungsmannschaft des IS: Die Zeit in der ihr ungestraft agieren konntet, ist vorbei." 

Doch es ist nicht das erste Mal, dass ein Spitzenvertreter des IS ausgeschaltet wurde: Erst vor kurzem hatten die USA den Tod von Omar al Schischani gemeldet, des Kriegsministers des IS. Im November erklärte das Pentagon, bei einem Luftangriff in Libyen sei der IS-Kommandeur Abu Nabil ums Leben gekommen.

Dennoch ist die Terrorgruppe bislang trotzdem nicht in sich zusammengefallen. Bringt das also überhaupt etwas, fragen Kritiker. Ja, sagt Lisa Monaco, die Präsident Obama im Antiterrorkampf berät: "Ich verstehe dieses Argument, aber wir tun ja mehrere Dinge: Wir schalten die Führungsmannschaft aus, wir entreißen ihnen sicheren Rückzugsraum, und wir greifen die Netzwerke an, die die IS-Operationen ermöglichen - egal, wer an die Spitze steht."

Rahman Mustafa al-Kaduli
galerie

Rahman Mustafa al Kaduli gehörte zu den meistgesuchten Terroristen der Welt.

IS unter Druck

Und das zusammen zeige Wirkung, so die US-Regierung. Der Kampf gegen IS nehme immer mehr an Schwung auf, hieß es nach al Kadulis Tod immer wieder.

Wie sehr die Terrorgruppe unter Druck steht, zeige sich auch an der Front - schließlich habe der IS gerade Palmyra verloren, und im Irak beginne eine Offensive, Mossul wieder einzunehmen: "Es steht völlig außer Frage: Der IS verliert immer mehr Gebiete, und wir haben ihre Ressourcen dezimiert - aber es bleibt viel zu tun. Denn das alles hat den IS nicht davon abgehalten, Terrorangriffe auszuüben", sagt US-Generalstabschef Joseph Dunford. Und er fügt hinzu: Der Kampf sei noch lange nicht vorbei.

US-Regierung zeigt sich mit Schlag gegen IS zufrieden
Rolf Büllmann, ARD-Studio Washington
26.03.2016 04:26 Uhr

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