Ein syrischer Panzer in Palmyra am 19.05.2015 | Bildquelle: dpa

Kampf um historische Wüstenstadt IS nimmt Palmyra ein

Stand: 21.05.2015 07:06 Uhr

Die Terrormiliz "Islamischer Staat" hat nach heftigen Kämpfen die historische Oasenstadt Palmyra in Zentralsyrien vollständig eingenommen. Die Kräfte des Regimes zogen sich zurück. Damit kontrolliere der IS mehr als die Hälfte der Fläche Syriens, so Beobachter.

Die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) ist nach heftigen Kämpfen mit syrischen Regierungstruppen in die historischen Oasenstadt Palmyra vorgedrungen. Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte haben die Extremisten die Stadt inzwischen eingenommen. Eine unabhängige Bestätigung dafür gibt es nicht, die Beobachtungsstelle gilt aber als verlässlich. Den Angaben zufolge wurden bei den Gefechten zahlreiche Kämpfer auf beiden Seiten getötet.

Das syrische Militär hatte zuvor damit begonnen, die Stadt zu evakuieren. Laut syrischem Staatsfernsehen ist es ihnen gelungen, einen Großteil der Zivilisten aus Palmyra heraus zu führen. Jetzt hätten sich die Soldaten aus der Stadt zurückgezogen und versuchten, die außerhalb gelegenen historischen Stätten zu verteidigen.

IS am Wochenende noch zurückgedrängt

In der vergangenen Woche waren IS-Kämpfer bis in die nördlichen Bezirke der Stadt eingedrungen, am Wochenende dann aber von Regierungstruppen zurückgedrängt worden.

Palmyra ist berühmt wegen seiner zahlreichen Ruinen aus antiker Zeit, die vor den Toren der gleichnamigen, modernen Stadt liegen. Die antiken Bauten wurden 2013 von der UNESCO auf die Liste bedrohter Weltkulturstätten gesetzt. Die Kulturorganisation der Vereinten Nationen forderte erneut einen sofortigen Stopp der Kämpfe. Es müsse alles getan werden, um die Einwohner und das einzigartige kulturelle Erbe Palmyras zu schützen, hieß es von der UNESCO. Der IS zerstörte bereits im Irak mehrere berühmte Ruinen und Statuen.

Terrormiliz IS nimmt offenbar Palmyra ein
tagesschau 20:00 Uhr, 21.05.2015, Volker Schwenck, ARD Kairo

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Es ist das erste Mal, dass der IS der syrischen Armee und mit ihr verbündeten Kämpfern direkt die Kontrolle über eine Stadt entrissen hat. Palmyra ist aus militärischer Sicht strategisch wichtig, da es ein zentraler Verkehrsknotenpunkt ist. Nach dem Vormarsch in Palmyra kontrolliere der IS nun rund 40 Prozent der Fläche Syriens, sagte der Leiter der Menschenrechtsbeobachter, Rami Abel Rahman, der Deutschen Presse-Agentur. Die Extremisten hätten zudem fast alle Ölfelder des Landes eingenommen. Der IS finanziert sich zu einem großen Teil aus dem Ölschmuggel.

Ramadi soll zurückerobert werden

Im irakischen Ramadi flogen unterdessen die USA Luftangriffe gegen den IS. Die strategisch ausgesprochen wichtige Stadt war am Wochenende vom IS überrannt worden.

Ein Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates der USA sagte, derzeit werde darüber beraten, "wie wir die Bodentruppen in der Provinz Anbar am besten unterstützen". Ziel sei es, Ramadi "so schnell wie möglich zurückzuerbobern".

Die USA wollen deshalb die irakische Armee auch mit 1000 Panzerabwehrgeschützen unterstützen. Grund: Bei der Eroberung Ramadis durch den IS hätten Autobomben eine "verheerende" Rolle gespielt, sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Washington.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 20. Mai 2015 um 18:00 Uhr.

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