Fahne der Terrormiliz Islamischer Staat | Bildquelle: REUTERS

Mitgliedschaft beim IS Deutsche im Irak zum Tode verurteilt

Stand: 21.01.2018 11:52 Uhr

Die deutsche Lamia K. ist im Irak wegen der Zugehörigkeit zum "Islamischen Staat" (IS) zum Tode verurteilt worden. Laut NDR, WDR und "SZ" reiste sie mit ihrer Tochter ins Ausland, um sich der Terrormiliz anzuschließen.

Von Volkmar Kabisch und Amir Musawy, NDR, zzt. im Irak

Die Deutsche Lamia K. ist in der irakischen Hauptstadt Bagdad wegen der Mitgliedschaft in der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) zum Tode verurteilt worden. Das Urteil fiel bereits am Donnerstag. Die Strafe soll durch Erhängen erfolgen. Der Richterspruch kann noch angefochten werden.

Wie NDR, WDR und "Süddeutsche Zeitung" aus irakischen Justizkreisen erfuhren, soll die Deutsch-Marokkanerin gegenüber den irakischen Ermittlungsbehörden zugegeben haben, aus Deutschland über Syrien in den Irak gereist zu sein, um Mitglied der Terrormiliz zu werden. Der Sprecher des zentralen Strafgerichts in Bagdad, Abdul Sattar al-Berqdar, sagte, das Gericht habe die Deutsche auch für schuldig befunden, den IS logistisch unterstützt zu haben und damit Angriffe auf irakische Sicherheitsbehörden gefördert zu haben.

Das Auswärtige Amt wurde bereits in der vergangenen Woche über den Fall informiert. Der deutsche Botschafter in Bagdad wurde daraufhin in der Europaabteilung des irakischen Außenministeriums vorstellig und brachte seinen Protest zum Ausdruck.

Lamia K. nahm Tochter mit ins Ausland

Die aus dem baden-württembergischen Mannheim stammende Lamia K. soll im Juli des vergangenen Jahres zusammen mit weiteren Deutschen in der irakischen Millionenstadt Mossul verhaftet und nach Bagdad überstellt worden sein. Unter den Festgenommenen soll damals auch die Tochter der Verurteilten, Nadia, mit einem Kind gewesen sein.

Weitere deutsche Frauen in irakischen Gefängnissen

Auch die deutschen Frauen, Fatima M. aus Detmold und die minderjährige Linda W. aus dem sächsischen Pulsnitz sollen im Juli 2017 festgenommen worden sein. Alle deutschen Frauen sollen in Haft durch Beamte des Bundeskriminalamtes und des Bundesnachrichtendienstes in Bagdad vernommen worden sein. Dabei stellte sich offenbar heraus, dass Lamia K. möglicherweise eine höhere Stellung in den Rängen der Terrormiliz eingenommen haben könnte. Eine Frau sagte aus, Lamia K. und ihre Tochter sollen in einem Versteck in Mossul von den anderen Frauen abgeschirmt worden sein, als die Stadt heftig umkämpft war.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 21. Januar 2018 um 11:35 Uhr.

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