Die Haitianer sind dem Hurrikan "Irma" fast schutzlos ausgeliefert. | Bildquelle: AP

"Irma" nähert sich Haitis Bevölkerung nahezu schutzlos

Stand: 07.09.2017 08:47 Uhr

Die Karibikinseln Saint-Martin und Barbuda hat "Irma" bereits verwüstet hinterlassen - nun steuert der Hurrikan auf Haiti zu. Dort rechnen Hilfsorganisationen mit dem Schlimmsten - denn für die bitterarme Bevölkerung gibt es so gut wie keine Schutzräume.

Von Anne-Katrin Mellmann, ARD-Studio Mexiko

Mit ohrenbetäubendem Geheul ist der mächtige Hurrikan "Irma" in den vergangenen Stunden an Puerto Rico vorbeigezogen. Mehr als ein Viertel der 3,4 Millionen Einwohner waren ohne Strom. Ähnliches erwarten die Bewohner der anderen Karibikinseln, die noch auf "Irmas" Weg liegen: Heute ist es die Nordküste Hispaniolas, der großen Antilleninsel, die sich Haiti und die Dominikanische Republik teilen.

Der Schweizer Ben Brendle betreibt ein Hotel in Sosúa, einem bei Deutschen beliebten Strandort der Dominikanischen Republik. Er habe Lebensmittel und Wasser beschafft, alle losen Teile befestigt und seinen Pool geleert, berichtet Brendle: "Wir haben hier eigentlich meistens Glück. Die Hurrikans ziehen im Süden vorbei. Die Leute sagen: So einen Sturm hat es hier seit 110 Jahren nicht gegeben. Habe Angst um das Dach, dass der Wind es wegbläst."

Schutzräume hätten weder er noch die anderen Einwohner von Sosúa. Einer seiner Gäste, Wolfgang Müller aus Wuppertal, sagt, er fühle sich gut vorbereitet: "Ich werde in mein Hotelzimmer gehen. Das sind offene Fenster mit Fliegenschutz und Lamellen aus Eisen. Die werden wir zumachen. Wenn es ganz schlimm wird, werde ich ins Badezimmer gehen. Da sind kleine Fenster."

"Irma" verwüstet die Karibik
tagesschau24 09:00 Uhr, 07.09.2017, Verena Bünten, ARD Washington

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Bevölkerung Haitis schutzlos ausgeliefert

Feste Häuser aus Stein sind für viele Einwohner des Nachbarlandes Haiti purer Luxus. Dort leben 80 Prozent der Bevölkerung in Armut, 24 Prozent in extremer Armut, das heißt: von weniger als einem Euro am Tag. Wer in selbstgebauten Behausungen aus Pappe und Stoffresten leben muss, ist auch schwächeren Hurrikanen als "Irma" schutzlos ausgeliefert.

Die Armut Haitis sei das größte Risiko, meint Claire Sartiaux von der Deutschen Welthungerhilfe, die in dem Land in der Katastrophenversorgung arbeitet:

"In der Theorie gibt es ein Programm für die Katastrophenprävention, das System ist auch durchdacht. Aber wenn dann wirklich eine Katastrophe im Anmarsch ist, dann fehlt es an sicheren Unterkünften. Es gibt nicht ausreichend Zugang zu frischem Wasser und Medikamenten. Die Hilfszentren sind nicht entsprechend ausgerüstet. In die abgeschnittenen Gebiete müssten eigentlich Hubschrauber geschickt werden, aber dafür fehlt das Geld."

Weitere Hurrikane im Anmarsch

So war es beim verheerenden Hurrikan "Matthew" vor einem Jahr. Und schon jetzt ist absehbar, dass Haiti wieder besonders betroffen sein wird. "Irma", mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 295 Kilometern pro Stunde einer der stärksten Wirbelstürme, die in der Region gemessen wurden, zieht an den nördlichen Küsten der großen Antilleninseln Hispaniola und später Kubas entlang. Von dort könnte er direkt auf die Südspitze des US-Bundesstaats Florida zusteuern.

Und die Kleinen Antillen rüsten sich schon für den nächsten Hurrikan. "José" folgt in wenigen Tagen Abstand auf "Irma". Ein dritter Hurrikan hat sich im Golf von Mexiko gebildet: "Katia" wird am Freitag die mexikanische Küstenstadt Veracruz treffen.

"Irma" hinterlässt Verwüstungen - Weitere Hurrikane im Anmarsch
Anne-Katrin Mellmann, ARD Mexiko Stadt
07.09.2017 12:30 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 07. September 2017 um 09:00 Uhr.

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