Eine Frau schaufelt Sand in einen Sack, der ihr Haus vor dem Hurrikan "Irma" schützen soll. | Bildquelle: AP

Hurrikan "Irma" Rüsten für den Monstersturm

Stand: 06.09.2017 05:39 Uhr

Die Bewohner der Karibikinseln rüsten sich gegen den nahenden Hurrikan "Irma": Schon jetzt erreicht der Sturm Windgeschwindigkeiten von fast 300 Kilometern pro Stunde. "Irma" ist damit der bislang stärkste gemessene Tropensturm auf dem offenen Atlantik.

Noch bleibt die gewaltige Kraft des Hurrikans "Irma" auf dem offenen Meer: Doch noch heute droht der Sturm die karibischen Inseln im Norden der Kleinen Antillen zu erreichen. "Irma" wurde inzwischen als ein Sturm der höchsten Kategorie 5 eingestuft, mit Windgeschwindigkeiten von knapp 300 Kilometern pro Stunde. Nach Angaben des US-Hurrikan-Zentrums (NHC) habe seit Beginn der Wetteraufzeichnung noch kein Sturm auf dem offenen Atlantik eine solche Stärke erreicht.

Satellitenbild des Hurrikans ''Irma'' | Bildquelle: REUTERS
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"Irma" wurde inzwischen als ein Sturm der höchsten Kategorie 5 eingestuft.

Zwar habe es schon vier Hurrikans gegeben, bei denen ähnliche Windgeschwindigkeiten gemessen wurden, darunter der Hurrikan "Gilbert im Jahr 1988 oder "Wilma" im Jahr 2005. Doch diese Stürme hatten sich laut NHC nicht auf dem offenen Meer, sondern über Randmeeren des Atlantiks gebildet. Diese Gewässer sind wesentlich wärmer, dadurch gewinnen die Stürme dort mehr an Kraft.

Sowohl auf den Inseln Antigua und Barbuda, als auch auf Anguilla, Monserrat, St. Kitts und Nevis, Saint-Martin, Guadeloupe und den Britischen Jungferninseln versuchten sich die Bewohner, so gut wie möglich auf die Ankunft des Hurrikans vorzubereiten. Aber auch für die Dominikanische Republik und Puerto Rica warnte das NHC vor "potenziell katastrophalen" Folgen des Sturms. Es müsse mit bis zu drei Meter hohen Wellen, Erdrutschen, starkem Regen und auf den Kleinen Antillen mit lebensgefährlichen Sturmböen gerechnet werden.

Aufräumen in Texas - Vorbereitungen in Florida
Morgenmagazin, 06.09.2017, Verena Bünten, ARD Washington

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Die Behörden mehrerer Karibikstaaten haben die Menschen aufgefordert, ihre Häuser nicht zu verlassen. Sie sagten Flüge ab und ließen Schulgebäude verbarrikadieren. Vor Supermärkten und Tankstellen bildeten sich Warteschlangen.

Der Ministerpräsident der Bahamas, Hubert Minnis, ordnete für die südlichen Inseln des Landes die Evakuierung an. Die Bewohner der Inseln sollten in die Hauptstadt Nassau geflogen werden. Es handele sich um die bislang größte Evakuierung in der Geschichte der Bahamas.

Erreicht "Irma" US-Küste?

Anwohner in St. John's (Antigua und Barbuda) sichern ihr Haus vor dem Hurrikan ''Irma'' | Bildquelle: AP
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Anwohner in St. John's (Antigua und Barbuda) sichern ihr Haus vor dem Hurrikan "Irma"

Die genaue Route von "Irma" ist unklar, aber laut verschiedenen Vorhersagen bedroht der Hurrikan auch Haiti und Kuba. Die Behörden riefen die Menschen zu Vorsorgemaßnahmen auf. Darüber hinaus ist noch unklar, ob der Sturm die US-Küste ansteuern wird. Meteorologen rechneten damit, dass sich "Irma" weiter nach Norden in Richtung Florida, Georgia sowie North und South Carolina bewegen könnte.

US-Präsident Donald Trump rief für Florida, Puerto Rico und die Amerikanischen Jungferninseln den Notstand aus. Dadurch können das US-Heimatschutzministerium und die nationalen Koordinationsstelle für Katastrophenhilfe (Fema) in den betroffenen Gebieten mit der Koordinierung der Katastrophenhilfe beginnen.

Den Modellen des Hurrikan-Zentrums in Miami zufolge könnte "Irma" aber ebenso wieder nordöstlich aufs Meer hinausziehen. Experten warnten, dass "Irma" eine ähnlich zerstörerische Kraft entwickeln könnte wie der Sturm "Harvey", der am 25. August auf die osttexanische Küste getroffen war und weite Gebiete unter Wasser gesetzt hatte.

Viele Tote durch "Harvey"

Die Zahl der Toten durch "Harvey" stieg nach Behördenangaben auf mindestens 60. Viele der Opfer ertranken in den Fluten. In der Zahl seien jedoch auch Todesfälle enthalten, die indirekt mit dem Sturm in Verbindung stünden, teilten die Behörden mit.

In Houston, das stark von dem Sturm in Mitleidenschaft gezogen wurde, konnten die Menschen zehn Tage später erst nach und nach die Notunterkünfte verlassen. Mehr als 50.000 Menschen waren in Hotelzimmern untergekommen. Andere hatten Unterschlupf bei Verwandten und Bekannten gefunden. Die Stadt sollte ab heute wieder zur normalen Tagesordnung zurückfinden, hatte Bürgermeister Sylvester Turner mitgeteilt.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 05. September 2017 um 07:30 Uhr.

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