Irakische Militärfahrzeuge | Bildquelle: AP

Irak Sturm auf West-Mossul beginnt

Stand: 19.02.2017 11:26 Uhr

Die irakische Regierung hat den Beginn einer Offensive zur Rückeroberung des Westteils von Mossul von der Terrormiliz "Islamischer Staat" verkündet. Die irakischen Streitkräfte konnten bereits erste Erfolge vermelden.

Die irakischen Streitkräfte haben Regierungsangaben zufolge mit dem Sturm auf den von der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) kontrollierten westlichen Teil der Stadt Mossul begonnen. "Unsere Truppen beginnen mit der Befreiung der Bürger vom Terror des IS", sagte Regierungschef Haider al-Abadi in einer im Fernsehen übertragenen Stellungnahme. Bereits kurz nach dem Beginn der Offensive konnte das Militär erste Erfolge vermelden: Armeeeinheiten nahmen zwei Dörfer südlich des Flughafens ein, wie General Abdulamir Jarallah mitteilte. Der stillgelegte Flughafen wird weiterhin vom IS kontrolliert.

Die irakische Armee, mit ihr verbündete Milizen und kurdische Kämpfer hatten die Offensive auf die letzte IS-Hochburg im Irak Mitte Oktober begonnen und den Osten der Stadt Ende Januar komplett erobert. Unterstützt werden die Kämpfer durch Luftangriffe der US-geführten internationalen Koalition sowie hinter der Front durch hunderte Militärberater. Wegen der für Panzerfahrzeuge unpassierbaren engen Gassen gilt der Angriff auf den Westteil der Stadt als besonders schwierig. Der IS hatte Mossul 2014 besetzt und von dort ein Kalifat ausgerufen, das bis nach Syrien reicht.

Neue Offensive in Mossul
morgenmagazin, 20.02.2017, Volker Schwenck, ARD Kairo

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UN warnt vor humanitärer Krise

Die Vereinten Nationen haben vor der Vertreibung von bis zu 400.000 Zivilisten aus West-Mossul gewarnt. Die humanitäre Lage dort sei schwierig: Die Essensvorräte, Wasser und Benzin gingen zur Neige. Die Offensive der irakischen Armee könnte auch zu einer Belagerung der dicht bevölkerten Altstadt führen, warnte die UN-Koordinatorin für den Irak, Lise Grande: "Das ist ein anderer Kampf mit enormen Auswirkungen für Zivilisten", sagte sie. Die Luftwaffe habe Millionen Flugblätter über dem Gebiet abgeworfen, um die Bevölkerung zu warnen und über den Vormarsch zu informieren, teilte das irakische Verteidigungsministerium mit.

"Der Kampf hat noch nicht begonnen, aber es gibt schon eine humanitäre Krise", betonte Grande. Hilfsorganisationen und die Regierung seien bereits dabei, südlich von Mossul Notfall-Lager zu errichten. Al-Abadi forderte seine Streitkräfte auf, während der Schlacht um Mossul mit Zivilisten angemessen umzugehen und die Menschenrechte zu respektieren. UN-Angaben zufolge befinden sich noch etwa 750.000 Zivilisten im Westteil Mossuls - fast die Häfte von ihnen sind Kinder, wie Save The Children mitteilte. Die Kinderrechtsorganisation forderte die irakischen Streitkräfte und ihre Verbündeten auf, Fluchtkorridore für Zivilisten einzurichten und "alles dafür zu tun, um Kinder und Familien zu schützen".

Neben einer Stellung der irakischen Armee steigt Rauch auf. | Bildquelle: REUTERS
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Die Kämpfe im Umland sind für die irakische Armee noch vergleichsweise einfach - ungleich schwieriger wird die Eroberung des dicht bebauten Stadtgebiets sein.

Offensive auf die syrische Stadt Rakka?

Unterdessen laufen offenbar auch die Vorbereitungen für eine weitere Offensive zur Vertreibung des IS aus der syrischen Stadt Rakka. Die Türkei habe den USA zwei Vorschläge unterbreitet, wie in einer gemeinsamen militärischen Operation die Islamisten aus ihrer syrischen Hochburg vertrieben werden könnten, berichtete die türkische Zeitung "Hürriyet".

Irakische Armee beginnt Offensive auf West-Mossul
J. Stryjak, ARD Kairo
19.02.2017 15:28 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 19. Februar 2017 um 09:00 Uhr und das ARD-Morgenmagazin am 20. Februar 2017 um 05:39 Uhr.

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