Das von der "Identitären Bewegung" gecharterte Schiff "C-Star" | Bildquelle: REUTERS

Flüchtlinge im Mittelmeer "Identitäre" beenden Einsatz

Stand: 18.08.2017 16:38 Uhr

Eine Crew, die Asyl in Zypern beantragt, ein Schiff, das selbst in Seenot gerät, und das, obwohl die rechtsextremen Aktivisten eigentlich Flüchtlinge im Mittelmeer abwehren wollten. Nun erklärten die "Identitären" ihren Einsatz für beendet - und zu einem "vollen Erfolg".

Rechtsextreme Aktivisten der "Identitären Bewegung", die mit einem gecharterten Schiff Flüchtlinge an der Überfahrt nach Europa hindern wollten, haben ihren Einsatz im Mittelmeer für beendet erklärt. Die Teilnehmer der Aktion "Defend Europe" teilten mit, ihre Mission sei ein "uneingeschränkter Erfolg" gewesen - "auf politischer, medialer und aktionistischer Ebene". Für morgen kündigten die "Identitären" eine Pressekonferenz an.

Defend Europe @DefendEuropeID
���� Today, 17th August, #DefendEurope just ended its first mission. https://t.co/nL9iEULM8Z

Das Schiff war seit Juli unterwegs und hatte knapp eine Woche vor der Küste Libyens patrouilliert. Die Aktivisten hatten unter anderem gedroht, Flüchtlingsboote in Seenot zurück nach Libyen zu bringen, wozu es aber nicht kam. Hilfsorganisationen hatten die Aktion scharf kritisiert.

Asyl auf Zypern und Seenot

Mittlerweile setzten mehrere Hilfsorganisationen ihre Seenotrettung im Mittelmeer teilweise aus, weil Libyen vergangene Woche verkündet hatte, eine Sperrzone vor der eigenen Küste einzurichten.

Die "C-Star" machte unter anderem Schlagzeilen damit, dass einige Crew-Mitglieder in Zypern Asyl beantragten. Außerdem hatte das Schiff vergangene Woche technische Probleme. Ein Boot mit deutschen Flüchtlingsrettern wollte den Rechtsextremen helfen, diese nahmen das Angebot aber nicht an.

Hinter der Aktion stehen deutsche, französische und italienische Mitglieder der "Identitären Bewegung", die in Deutschland vom Verfassungsschutz beobachtet wird.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 27. Juli 2017 um 23:33 Uhr.

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