Wasser aus dem übergelaufenen Addicks Reservoir fließt in Wohngebiete in der Umgebung von Houston, Texas. | Bildquelle: AP

Katastrophe in Texas Evakuierung nach Überschwemmungen

Stand: 29.08.2017 21:19 Uhr

"Sofort raus jetzt!!" - in den Überschwemmungsgebieten rund um Houston haben die Behörden die Evakuierung angeordnet. Das Wasser steht teilweise so hoch, dass es inzwischen über die Dämme schwappt. US-Präsident Trump sagte den Betroffenen vor Ort schnelle Hilfe zu.

US-Präsident Donald Trump hat sich mit seiner Frau Melania in Texas ein Bild von den Verwüstungen infolge des Sturms "Harvey" gemacht. Trump besuchte Corpus Christi. Die texanische Küstenstadt war mit voller Wucht von dem Sturm getroffen worden. In der Gegend gab es vier Tage lang schwere Regenfälle, weite Landstriche stehen unter Wasser.

Ausnahmezustand in Texas
nachtmagazin 00:30 Uhr, 30.08.2017, Verena Bünten, ARD Washington

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Trump dankte den Rettungskräften und den Vertretern örtlicher Behörden für ihren Kampf gegen die Fluten. Es sei jedoch noch zu früh, sich gegenseitig zu gratulieren. "Das tun wir erst, wenn es vorbei ist." Der Präsident sagte den Betroffenen rasche Hilfe zu.

Die Lage in Texas ist unübersichtlich, die genaue Zahl der Opfer ist unklar. Offiziell bestätigt wurden zunächst drei Tote. US-Medien meldeten aber höhere Zahlen. Der Sender KHOU berichtete von mindestens neun Toten.

"Sofort raus jetzt!"

Im Kreis Brazoria, der zwischen Corpus Christi und Houston liegt, forderten die Behörden alle betroffenen Anwohner zur sofortigen Evakuierung auf. "Sofort raus jetzt!!", schrieb die Kreisverwaltung auf Twitter. Der Damm an den Columbia-Seen südlich der Großstadt Houston werde inzwischen vom Wasser überspült.

Ein Richter habe eine verbindliche Evakuierungsanordnung für alle Anwohner erlassen, teilte der Landkreis in einer Erklärung mit. Es gebe nur eine einzige Straße, über welche die Gegend verlassen werden könne, und auch diese Straße könnte bald überschwemmt sein. Die Behörden empfahlen den Menschen, eine Notunterkunft im Landkreis Bell in rund 370 Kilometer Entfernung anzusteuern.

Infrastruktur in Houston zusammengebrochen

In der besonders schwer betroffenen Metropole Houston sind zwei weitere Dämme übergelaufen. Im Zentrum der Stadt kamen mehr als 9000 Menschen im Kongresszentrum unter. Die Behörden wollen mindestens zwei weitere große Notunterkünfte für Hochwasseropfer öffnen. Dort würden auch Menschen aus umliegenden Gemeinden aufgenommen, sagte Bürgermeister Sylvester Turner.

Die Infrastruktur in und um Houston ist weitgehend zusammengebrochen. Rettungskräfte kämpften sich mit Booten durch die braunen Wassermassen, um festsitzende Menschen aus ihren Häusern zu befreien und in Sicherheit zu bringen. Nach Darstellung der Küstenwache wurden allein am Montag mehr als 3000 Menschen aus den überschwemmten Gebieten gerettet. Pro Stunde gingen bis zu 1000 Anrufe von Hilfesuchenden ein.

Claudia Buckenmaier, ARD Washington, zzt. Houston, zur aktuellen Situation
nachtmagazin 00:30 Uhr, 30.08.2017

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Schulen und Behörden geschlossen

Auch im Nachbarstaat Louisiana werden in den kommenden Tagen heftige Ausmaße befürchtet. In New Orleans, der größten Stadt im Bundesstaat, blieben auf Anordnung der Verwaltung Schulen und Behörden geschlossen.

Menschen in der Notunterkunft des George R. Brown Convention Centers in Houston, Texas. | Bildquelle: AFP
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Im Kongresszentrum in Houston haben mehr als 9000 Menschen Zuflucht gesucht.

Trump hatte noch vor seinem Besuch in Texas gesagt, er gehe davon aus, dass der Wiederaufbau nach den Überflutungen teuer werde. Er sei in dieser Frage in Kontakt mit dem Kongress. "Wir müssen sehen, was wir für die Menschen in Texas tun können", sagte Trump. Dies gelte auch für die Bewohner von Louisiana. Der Präsident sprach den Menschen zugleich Mut zu: "Wir werden das überstehen. Wir werden gestärkt daraus hervorgehen und glaubt mir, wir werden größer, besser, stärker sein als jemals zuvor."

Über dieses Thema berichtete die Tagesschau am 29. August 2017 um 20:00 Uhr.

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