Polizeibeamte in Salisbury, wo der russische Ex-Spion aufgefunden worden war. | Bildquelle: REUTERS

Ex-Spion in Großbritannien Kreml bietet Hilfe bei Ermittlungen an

Stand: 06.03.2018 10:44 Uhr

Nach dem mutmaßlichen Giftattentat auf einen russischen Spion suchen die britischen Ermittler nach den Verantwortlichen. Der Kreml spricht von einer "tragischen Situation" und bietet seine Kooperation an.

Nachdem in der Stadt Salisbury ein russischer Ex-Spion vergiftet worden sein soll, ermitteln britische Behörden fieberhaft nach den Hintergründen. "Es ist ein sehr ungewöhnlicher Fall", sagte Mark Rowley, ein leitender Beamter der Antiterroreinheit in der britischen Polizei.

"Wenn nötig werden wir diese Ermittlungen auch an das Antiterrornetzwerk geben", sagte Rowley. Die britische Polizei sei damit beschäftigt, Zeugen zu vernehmen, Spuren am Tatort zu sichern und toxikologische Untersuchungen vorzunehmen.

Russischer Ex-Spion vergiftet
tagesschau 16:00 Uhr, 06.03.2018, Hanni Hüsch, ARD London

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Berichten zufolge war am Sonntagnachmittag ein 66-jähriger Mann mit Vergiftungserscheinungen in ein Krankenhaus gebracht worden. Wie der britische Außenminister Boris Johnson bestätigte, handelt es sich bei dem Mann um den den ehemaligen russischen Spion Sergej Skripal. Er war 2006 in Russland zu 13 Jahren Haft verurteilt worden, wegen Spionage für die Briten. 2010 kam er im Rahmen eines Gefangenenaustauschs frei. Danach fand er Zuflucht in Großbritannien.

Bei ihm war seine 33-jährige Tochter, die sich den Berichten nach ebenfalls in kritischem Zustand befindet. Dem "Guardian" zufolge könnte beiden eine hohe Dosis des Betäubungsmittels Fentanyl zugeführt worden sein.

Haupteingang des Krankenhauses von Salisbury | Bildquelle: AP
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In diesem Krankenhaus von Salisbury wird das Paar behandelt.

Kreml spricht von "tragischer Situation"

Der Vorgang lässt Erinnerungen an den Fall Litwinenko wach werden. Alexander Litwinenko, ein früherer russischer Geheimagent und britischer Informant, war 2006 in einem Londoner Hotel mit radioaktivem Polonium vergiftet worden. Ein britischer Richter, der den Fall später untersuchte, beschuldigte am Ende die russische Regierung, dafür verantwortlich zu sein.

Nachdem britische Medien auch im aktuellen Fall Spekulationen über eine Täterschaft Russlands angestellt hatten, reagierte der Kreml dementsprechend: Es habe ja nicht lange gedauert, bis diese Vorwürfe laut geworden seien - man könne die "ziemlich tragische Situation" jedoch nicht kommentieren, sagte Kremlsprecher Dmitrij Peskow. Über die Hintergründe habe er keine Informationen, auch nicht darüber, ob Skripal noch russischer Staatsbürger sei.

Russland sei bislang nicht gebeten worden, bei den Ermittlungen zu helfen, aber selbstverständlich dazu bereit: "Moskau ist immer offen zur Kooperation", erklärte Peskow.

Der britische Polizeisprecher Rowley warnte unterdessen bei BBC vor einer "Tendenz zu Verschwörungstheorien", betonte aber, Großbritannien müsse "wachsam gegenüber einer Bedrohung von staatlicher Seite" sein.

Der Fall des mutmaßlich vergifteten Paares in Salisbury hatte eine großangelegte Dekontaminationsaktion in der Umgebung ausgelöst. Auch das örtliche Krankenhaus, in dem beide derzeit auf der Intensivstation behandelt werden, schloss zeitweise seine Notaufnahme. Die englische Gesundheitsbehörde teilte anschließend mit, es sehe nicht so aus, als bestehe eine gesundheitliche Bedrohung für die Öffentlichkeit.

Russischer Ex-Spion bewusstlos in Südengland aufgefunden
Thomas Spickhofen, ARD London
06.03.2018 00:22 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 06. März 2018 um 06:38 Uhr und 11:38 Uhr.

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