Demonstration in London Protest gegen Atomwaffen

Stand: 27.02.2016 22:58 Uhr

Gegen die geplante Erneuerung des britischen Atomwaffenarsenals haben in London Zehntausende protestiert. An dem Protestmarsch nahmen auch Labour-Parteichef Corbyn und die schottische Regierungschefin Sturgeon teil.

Zehntausende Menschen haben in London gegen die geplante Erneuerung des britischen Atomwaffenarsenals demonstriert. Die Kampagne für Nukleare Abrüstung (CND) teilte mit, an der Kundgebung hätten sich 60.000 Menschen aus ganz Großbritannien beteiligt. Die Polizei macht keine Angaben zu Teilnehmerzahlen.

Der Chef der oppositionellen Labour-Partei, Jeremy Corbyn, sagte auf dem Trafalgar Square vor den Demonstranten, er sei stolz, an der "größten Anti-Atomwaffen-Demonstration einer Generation" teilzunehmen.

Corbyn, der der CND angehört, seit er 16 Jahre alt ist, sagte vor der Menge: "Wenn ein Atomkrieg stattfinden würde, würde es Massenvernichtung auf beiden Seiten des Konflikts geben. Jeder sollte an die humanitären Auswirkungen auf die Menschen in aller Welt denken, wenn sie (die Atomwaffen) jemals benutzt würden."

An der Kundgebung nahm auch die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon von der Schottischen Nationalpartei teil. Sie brandmarkte das Trident-Waffensystem als "unmoralisch".

Corbyn bei einer Demo gegen Atomwaffen | Bildquelle: REUTERS
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Corbyn kritisiert vor Tausenden die geplante Erneuerung des Atomwaffenarsenals

Vier U-Boote sollen ersetzt werden

Die britische Marine hat derzeit vier der mit Trident-Atomraketen bestückten U-Boote im Westen Schottlands stationiert. Mindestens eines davon ist 24 Stunden am Tag auf See. Die Regierung will die veralteten Trident-U-Boote durch sogenannte Successor-U-Boote ersetzen; diese sollen Anfang der 2030er-Jahre in Betrieb gehen. Eine Entscheidung über das 31 Milliarden Pfund (39 Milliarden Euro) teure Projekt soll im Laufe des Jahres fallen.

Die konservative britische Regierung von Premierminister David Cameron ist dafür, da das Waffensystem für Großbritanniens Sicherheit entscheidend sei. "Jetzt abzurüsten wäre ein wagemutiges Spiel mit unserer nationalen Sicherheit, das unseren Feinden in die Hände spielen würde", erklärte der Staatssekretär im britischen Verteidigungsministerium, Philip Dunne, kurz vor der Demonstration.

Die Labour-Partei ist in der Frage tief gespalten. Vertreter des linken Flügels wie Corbyn wollen die Atomwaffen-U-Boote ganz abschaffen, andere sind dagegen.

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