Müllstreik in Athen | Bildquelle: AFP

Streik bei der Müllabfuhr Athen stinkt es

Stand: 26.06.2017 09:56 Uhr

Er stapelt sich in Hinterhöfen, Nebenstraßen und Athens Innenstadt: Müll. Grund ist ein Streik bei der staatlichen Müllabfuhr, die damit 10.000 feste Stellen durchsetzen will. Mit den Temperaturen steigt auch der Verhandlungsdruck.

Von Michael Lehmann, ARD-Studio Istanbul, zzt. in Athen

"Wir lassen uns nicht verarschen", rufen die Müll-Männer und -Frauen laut durch die Innenstadt Athens. Zusammen mit der mächtigen, zum Kampf entschlossenen Gewerkschaft haben sie am Wochenende entschieden, den Streik fortzusetzen.

Auch die griechische Regierung weiß, dass der Müll in Athen und in anderen Städten längst zum Himmel stinkt. Es ist kein schöner Anblick für Touristen. Möglicherweise könnte der Unrat gesundheitsgefährdend werden, wenn er weiter fault und stinkt, sagt sogar das Ministerium für Gesundheit.

Müllstreik in Athen | Bildquelle: AFP
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Seit Tagen wird die Müllabfuhr bestreikt, die Gewerkschaft gibt sich entschlossen.

Hoffen auf einen Kompromiss

"Mikrobakterien und anderes gefährliches Zeugs werden sich entwickeln", sagt Babis Stavrotos, der entsetzt auf die Müllberge vor seinem Athener Fitnessstudio schaut. "Ich habe gehört, die Regierung werde vielleicht einen Kompromiss aushandeln. Das hilft den Leuten von der Müllabfuhr, die zum Teil schon seit zehn oder 15 Jahren dabei sind. Und der Regierung hilft es genauso wie den Leuten, die im Müll ersaufen."

600 Euro im Monat

10.000 feste Stellen für die Müllabfuhr fordert die Gewerkschaft, die Regierung bot am Wochenende an, 2500 Männern und Frauen eine feste Anstellung anzubieten. Der Gewerkschaft ist das zu wenig. Deshalb wird weiter gestreikt.

Ioannis ist Fahrer bei der Athener Müllabfuhr und sagt, er habe sich diesen Streik längst verdient, so hart, wie er schufte: "600 Euro gibt es im Monat für sieben Stunden Müll abfahren an fünf Tagen die Woche."

In Athen haben zwar einige private Müllentsorger die Lage etwas verbessert. Doch es soll inzwischen sogar auf einigen Urlaubsinseln stinkende Müllberge geben. Dort ist die bestreikte staatliche Müllabfuhr zuständig.

Streik bei der Müllabfuhr in Athen
tagesschau 16:00 Uhr, 27.06.2017, Helge Roefer, ARD Rom

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Müllberge in Hinterhöfen und Nebenstraßen

Vielen Griechen und noch mehr Urlaubern führt dieser Streik vor Augen, wie riesig die Abfallmengen in nur wenigen Tagen sind, die in dem Land anfallen. Viele Tavernen und Hotels improvisieren und schaffen es irgendwie, dass es vor der eigenen Türe nicht nach Müll stinkt. Dafür stapeln sich pralle, stinkende Müllsäcke in Hinterhöfen und Nebenstraßen.

Bis Ende der Woche sind für Griechenland Temperaturen bis 41 Grad Celsius angesagt. Mit dem Thermometer wird sehr wahrscheinlich auch der Verhandlungsdruck steigen.

Streik bei griechischer Müllabfuhr
M. Lehmann, ARD Istanbul
26.06.2017 09:26 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Inforadio am 26. Juni 2017 um 06:25 Uhr.

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