Route durch die Ägäis Mehr Flüchtlinge kommen nach Griechenland

Stand: 20.03.2016 11:31 Uhr

Auf den griechischen Inseln sind nach Abschluss des EU-Paktes mit der Türkei mehr Flüchtlinge angekommen als zuvor. Offenbar fürchten sie, später nicht mehr weiter zu kommen. Auch das Wetter spielt eine Rolle. Derzeit sind etwa 48.000 Flüchtlinge in Griechenland.

Von Michael Lehmann, ARD-Studio Athen

Etwa 1500 Flüchtlinge sind nach Angaben des Krisenstabs in Athen seit Freitag auf den griechischen Inseln neu angekommen. Das sind deutlich mehr als in den vergangenen Tagen. Es liegt zum einen am besseren Wetter mit Sonne und Frühlingstemperaturen.

Die griechische Küstenwache sieht aber vor allem die Ergebnisse des EU-Gipfels in Brüssel als Grund für die wieder ansteigenden Flüchtlingszahlen in der Ägäis. Viele Migranten befürchten offenbar, dass kein Flüchtling mehr automatisch von den Inseln auf das griechische Festland gebracht wird, wenn die zwischen der Türkei und der EU beschlossene Regelung wie geplant ab Sonntag angewandt wird.

Oliver Mayer-Rüth, ARD Istanbul, zum EU-Flüchtlingspakt
tagesschau 13:15 Uhr, 20.03.2016

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Experten sollen bei Asylverfahren helfen

Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras sagte, die EU wolle zeitnah etwa 2300 Fachkräfte zur Unterstützung der geplanten Asylschnellverfahren nach Griechenland entsenden.

Offiziell sind in Griechenland im Moment knapp 48.000 Menschen als neu eingewanderte Flüchtlinge registriert. Gut 10.000 von ihnen leben immer noch an der Grenze zu Mazedonien unter erbärmlichen Bedingungen in Zelten oder unter freiem Himmel. Die Stimmung soll vor allem zwischen Syrern und Afghanen gereizt sein.

Für viele Flüchtlinge ist es immer noch unerklärlich, warum es am Grenzzaun bei Idomeni weiter kein Durchkommen gibt. Die Polizei hat Angst vor einem Gewaltausbruch und einem neuen Ansturm auf den Zaun. Das Deutsche Rote Kreuz will am Sonntag in der Nähe von Idomeni mit dem Aufbau einer mobilen Krankenstation beginnen.

Eine Karte von dem Ägaischen Meer zwischen Griechenland, Mazedonien, der Türkei und Syrien.
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Der EU-Pakt soll Flüchtlingen den Weg über die Ägäis nach Europa abschneiden und Schleppern das Handwerk legen.

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