Modell einer Krebszelle | Bildquelle: obs

Zulassung in den USA Erstmals Gentherapie gegen Krebs erlaubt

Stand: 31.08.2017 20:54 Uhr

Die eigenen Körperzellen gentechnisch so verändern, dass sie gegen den Krebs kämpfen können: Das ist jetzt in den USA erlaubt. Erstmals wurde dort eine Gentherapie zugelassen. Die Behandlung ist jedoch teuer: Sie kostet umgerechnet 400.000 Euro.

Der Sitz des FDA (Food and Drug Administration) in Silver Spring. | Bildquelle: AP
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Die US-Arzneimittelbehörde FDA nennt die Genehmigung "historisch".

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat weltweit zum ersten Mal eine Therapie mit genmanipulierten Körperzellen zugelassen, die die Behandlung von Krebs revolutionieren könnte. Die Therapie namens Kymriah darf gegen akute lymphatische Leukämie (ALL) - eine schwer zu behandelnde Form von Blutkrebs - bei Kindern und Jugendlichen bis 25 Jahre eingesetzt werden.

Jedes Jahr werden mehr als 3000 Patienten in den USA gegen diese Art von Leukämie behandelt. Bei 85 Prozent von ihnen sind herkömmliche Methoden wie die Chemotherapie erfolgreich. Doch etwa 15 Prozent starben bisher. Für sie könnte die neue Gentherapie die letzte Hoffnung sein.

Die FDA bezeichnete die Genehmigung der Kymriah-Therapie als "historisch". "Mit der Möglichkeit, körpereigene Zellen eines Patienten so umzuprogrammieren, dass sie einen tödlichen Tumor angreifen, stoßen wir in neue Dimensionen der medizinischen Behandlung vor", hob FDA-Chef Scott Gottlieb hervor.

Gentechnisch veränderte T-Zellen sollen Krebs heilen
tagesthemen 22:10 Uhr, 31.08.2017, Thomas Hillebrandt, SWR

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Angebliche Erfolgsquote: 83 Prozent

Bisher wurde die neue Behandlungsmethode gegen die ALL bei 63 krebskranken Kindern und Jugendlichen getestet. Als eine der ersten Patientinnen wurde Emily Whitehead vor sechs Jahren an der University of Pennsylvania mit Gentherapie gegen ihre Leukämie behandelt. Alle herkömmlichen Methoden hatten versagt. Ihre verzweifelten Eltern entschieden sich für die experimentelle Gentherapie - mit Erfolg. Seit sechs Jahren lebt Emily frei von Krebs und gilt als geheilt. Auch in anderen Fällen ist die Erfolgsquote vielversprechend: Wie der Pharmakonzern Novartis mitteilte, hat Kymriah bei einer Studie in 83 Prozent der Fälle binnen drei Monaten Wirkung gezeigt.

Das Medikament Kymriah - in den USA wurde erstmals eine Gentherapie gegen Krebs zugelassen. | Bildquelle: AP
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Das Medikament Kymriah ist in den USA zur Behandlung gegen akute lymphatische Leukämie zugelassen worden.

Körpereigene Zellen werden gentechnisch verändert

Bei dem Verfahren werden die als T-Zellen bekannten weißen Blutzellen des Erkrankten entnommen und in einem Labor gentechnisch verändert, erklärte Novartis-Geschäftsführer Joseph Jimenez. So sollen sie, zurück im Körper des Patienten, die Krebszellen wirksam angreifen. Mögliche Nebenwirkungen sind schwerwiegende Infektionen, starkes Fieber, niedriger Blutdruck, Nierenprobleme sowie ein verringerter Sauerstoffgehalt im Blut.

Behandlung kostet 400.000 Euro

Eine Behandlung soll nach Angaben von Novartis 475.000 Dollar (umgerechnet rund 400.000 Euro) kosten. Patienten, bei denen die Therapie im ersten Monat nicht anschlägt, sollen nach Angaben des Schweizer Pharmakonzerns nichts zahlen müssen.

Experten sind optimistisch, dass der Ansatz nicht nur bei Leukämie, sondern auch bei anderen Krebsarten helfen kann, zum Beispiel bei Brust- und Eierstockkrebs sowie Lungen- und Bauchspeicheldrüsenkrebs. Auch in Europa könnte die Gentherapie gegen den Blutkrebs noch in diesem Jahr auf den Markt kommen - vorausgesetzt, die Europäische Arzneimittelbehörde gibt grünes Licht für die Zulassung.

Mit Informationen von Martin Ganslmeier, ARD-Studio Washington

Erste Gentherapie gegen Krebs in USA zugelassen
Martin Ganslmeier, ARD Washington
31.08.2017 20:43 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 31. August 2017 um 15:00 Uhr.

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