Ein Mann betrachtet ein DNA-Modell. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Genmanipulation an Embryos Britische Behörde lässt umstrittene Gentechnik zu

Stand: 01.02.2016 13:13 Uhr

Großbritannien hat erstmals die Genmanipulation an Embryos zu Forschungszwecken erlaubt. Der entsprechende Antrag eines Forschungsinstituts sei genehmigt worden, teilte die zuständige Behörde mit.

Von Jens-Peter Marquardt, ARD-Studio London

Die Forscher am Francis Crick Institut in London wollen mehr über die ersten Momente menschlichen Lebens erfahren. Die Experimente an den Embryos sollen in den ersten sieben Tagen nach der Befruchtung durchgeführt werden. Sie sollen Aufschluss darüber geben, warum es zu Fehlgeburten kommt.

Die Forscher wollen dafür den Gen-Code der Embryos verändern, um zu lernen, welche Gene für die gesunde Entwicklung eines menschlichen Embryos gebraucht werden. Derzeit schaffen es nur 13 von 100 befruchteten Eizellen, sich im weiblichen Körper weiter zu entwickeln.

Führt die Forschung zu "Designer-Babys"?

Die britische Regulierungsbehörde hat jetzt erstmals grünes Licht für Genmanipulationen am menschlichen Embryo gegeben; die Experimente am Francis Crick Institut sollen in den kommenden Monaten beginnen.

Im vergangenen Jahr hatten bereits Forscher in China bekannt gegeben, dass sie erfolgreich die Gene menschlicher Embryos manipuliert hätten, um eine Funktionsstörung des Blutes zu korrigieren. Diese Experimente sind umstritten. Kritiker befürchten, dass sie am Ende zu "Designer-Babys" führen könnten.   

Großbritannien erlaubt Genmanipulation am Embryo
J.-P. Marquardt, ARD London
01.02.2016 13:53 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 1. Februar 2016 um 16:15 Uhr.

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