Die Staats- und Regierungschefs beim G7-Gipfel in Kanada reden auf US-Präsident Trump ein.  | Bildquelle: dpa

Rückzug bei G7-Gipfelerklärung Doch noch der Eklat

Stand: 10.06.2018 05:28 Uhr

So etwas gab es in der G7-Geschichte noch nie: US-Präsident Trump hat seine Zustimmung zum Abschlusspapier zurückgezogen. Der Grund: Kanadas Premier Trudeau hatte ihn offenbar in Rage versetzt.

Von Kai Küstner, ARD-Studio Brüssel, zzt. Quebec

Für einen kurzen Moment sah es so aus, als würde diesem G7-Gipfel die ganz große Schmach erspart bleiben - doch da hatten die Staatenlenker die Rechnung ohne Donald Trump gemacht. Im Nachhinein - und per Tweet - entzog der US-Präsident der mühsam zu Papier gebrachten Abschluss-Erklärung seine Zustimmung.

Weil er sich über Aussagen des kanadischen Premiers und Gipfel-Gastgebers Justin Trudeau aufregte. Der hatte in seiner Abschluss-Pressekonferenz, wie zuvor auch schon, die US-Zölle auf Stahl und Aluminium kritisiert:

"Für die Kanadier, die Schulter an Schulter mit US-Soldaten in fernen Ländern und Konflikten gestanden haben, seit dem Ersten Weltkrieg, ist das in gewisser Weise verletzend."

USA ziehen Unterschrift unter Gipfelerklärung zurück
tagesschau 20:00 Uhr, 10.06.2018, Jan Philipp Burgard, ARD Washington zzt. Quebec

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Kanada kündigte Gegenwehr an

Trudeau kündigte auch an, die beschlossenen Gegenzölle auf US-Waren ab dem 1. Juli in Kraft zu setzen. Und mahnte, Kanadier seien höflich und vernünftig, aber "wir lassen uns nicht herumschubsen".

Das muss den in seiner Air-Force-One-Maschine auf dem Weg nach Singapur sitzenden Trump so in Rage versetzt haben, dass er sogleich erbost zu twittern begann: "Basierend auf den falschen Aussagen von Justin bei seiner Pressekonferenz und der Tatsache, dass Kanada den amerikanischen Bauern, Arbeitern und Firmen massive Zölle berechnet, habe ich unsere US-Unterhändler angewiesen, die Abschlusserklärung nicht zu unterstützen." Und fügte drohend an: "Wir werden uns Zölle auf Autos anschauen, die den US-Markt fluten."

Papier war schwer erarbeitet

Damit reißt Trump nachträglich jenes Papier in Stücke, an dem seit Tagen so emsig gearbeitet worden war. Und stößt nicht nur Trudeau, sondern auch die Europäer vor den Kopf.

Das Büro des kanadischen Premiers reagierte zunächst gelassen: Trudeau habe nichts gesagt, was er nicht vorher auch schon gesagt habe.

Dabei hatte Trump kurz vor seiner - verfrühten - Abreise vom Gipfel noch die persönlich so glänzenden Beziehungen zu Merkel und Co gepriesen. Auf einer Skala von 1 bis 10 gebe er seinem Verhältnis zur deutschen Kanzlerin und übrigens auch dem kanadischen Premier die Höchstpunktzahl: "Wir haben eine großartige Beziehung: Angela, Emmanuel, Justin - das ist eine 10."

Großer Streitpunkt Handel

Trump hatte vor seinem Abflug aus Kanada den Pressevertretern einen ausführlichen Vortrag darüber gehalten, wie ungerecht zum Beispiel die Europäer sein Land bei den Zöllen behandeln würden. Eine Lehrstunde, die schließlich in der handfesten Drohung mündete, dass das aufhören werde. "Oder wir hören auf, mit ihnen zu handeln."

Wie er dieses Handelsverbot für US-Unternehmen im Ernstfall durchsetzen will, erläuterte Trump ebenso wenig wie seinen Vorschlag, dass doch am besten alle Sieben auf sämtliche Zölle, Handelsbarrieren und Subventionen verzichten sollten.

Schon zu diesem Zeitpunkt war klar, dass dieser G7-Gipfel den transatlantischen Graben nicht würde verkleinern können. Obwohl sie davon ausging, dass es eine Abschlusserklärung geben werde, hatte Kanzlerin Angela Merkel gewarnt, dass dieses Papier nicht die offenen Probleme löse, gerade beim Thema Handel: "Da gibt es zwischen den Vereinigten Staaten und der Europäischen Union unterschiedliche Auffassungen. Die sind nicht aus der Welt."

Scharfe Kritik nach Trumps Absage
tagesthemen 22:45 Uhr, 10.06.2018, Christian Thiels, ARD Berlin

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Bundesregierung steht weiter zu G7-Erklärung

Die Bundesregierung hält trotz des Rückziehers von US-Präsident Donald Trump an der Abschlusserklärung des G7-Gipfels in Kanada fest. "Deutschland steht zu dem gemeinsam vereinbarten Kommuniqué", erklärte ein Regierungssprecher. Darüber hinaus äußerte sich die Bundesregierung zunächst nicht zu den Vorgängen.

Keine Annäherung bei Iran, Klima und Putin

Keinen Schritt näher kam man sich auch im Streit um das Iran-Atomabkommen und das Weltklima. Die der Umwelt gewidmete Sitzung schwänzte der US-Präsident. Und dann ist da noch der russische Präsident Putin, den sich Trump so sehnlich zurückwünscht.

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G7 - Der nachträgliche Eklat
Kai Küstner, ARD Brüssel
10.06.2018 06:53 Uhr

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Dieser Beitrag lief am 10. Juni 2018 um 07:05 Uhr auf MDR aktuell.

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