Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bei seiner Stimmabgabe in der Küstenstadt Le Touquet im Norden des Landes | Bildquelle: dpa

Vorteil für Macron Nur wenige gehen in Frankreich zur Wahl

Stand: 18.06.2017 17:48 Uhr

Die Parlamentswahl in Frankreich mobilisiert noch weniger Menschen als bei der ersten Runde vor einer Woche. Bis 17 Uhr gaben nur 35,3 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimmen ab. Das hilft der Partei von Präsident Macron.

Bei der entscheidenden Runde der Wahl zur französischen Nationalversammlung zeichnet sich eine sehr geringe Wahlbeteiligung ab. Im zweiten Wahlgang gaben bis 17 Uhr nur 35,3 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimmen ab, wie das Innenministerium bekanntgab.

Die Beteiligung war damit noch deutlich schwächer als im ersten Wahlgang vor einer Woche, als bis zum späten Nachmittag rund 40,8 Prozent abgestimmt hatten. Damals lag die Wahlbeteiligung am Ende des Tages bei 48,7 Prozent - das ist der bislang niedrigste Wert bei einer Parlamentswahl seit Gründung der Fünften Republik 1958.

Ellis Fröder, ARD Paris, zu den Aussichten der Opposition
tagesschau 13:15 Uhr, 18.06.2017

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Erdrutschsieg erwartet

Präsident Emmanuel Macron kann damit auf einen Erdrutschsieg hoffen. Schon im ersten Wahlgang vor einer Woche hatte Macrons Partei deutlich vorne gelegen. Experten zufolge war er offenbar im Gegensatz zu den anderen Parteien in der Lage, seine Wähler zu mobilisieren.

Letzten Umfragen zufolge dürfte seine erst vor 14 Monaten gegründete Partei La République en Marche zusammen mit der verbündeten Zentrumspartei MoDem 400 bis 470 der insgesamt 577 Abgeordnetenmandate gewinnen. Das liegt weit über den 289 Sitzen, die für eine absolute Mehrheit nötig sind. Für Macron treten zahlreiche Polit-Neulinge an. Sein Sieg wäre auch deshalb ein Bruch mit der Tradition.

Starke Verluste für etablierte Parteien erwartet

Den beiden etablierten Parteien der Sozialisten und Konservativen drohen somit starke Verluste. Größte Oppositionsgruppe werden voraussichtlich die konservativen Republikaner mit 70 bis 110 Sitzen sein. Die bisher dominierenden Sozialisten könnten auf 20 Sitze zurückfallen und damit nur noch knapp vor der Linken liegen.

Aber ebenfalls schlecht sieht es laut Umfragen für den rechtsextremen Front National aus. Dessen Parteichefin Marine Le Pen stimmte in Hénin-Beaumont im Norden Frankreichs ab, wo sie sich um einen Sitz in der Nationalversammlung bewarb. Im ersten Wahlgang hatte sie dort 46 Prozent der Stimmen gewonnen. Ein Einzug ins Parlament galt deshalb als wahrscheinlich.

Weitgehend freie Bahn für Reformen

Bewahrheiten sich die Umfragen, hätte Macron eine der größten parlamentarischen Mehrheiten seit Gründung der Fünften Republik 1958 - und weitgehend freie Bahn für seine sozialliberalen Reformen. Als eine der ersten Maßnahmen will er ein Gesetz für mehr Moral in der Politik durch die Nationalversammlung bringen. Es ist eine Reaktion auf Skandale wie die Scheinbeschäftigungsaffäre um den konservativen Präsidentschaftskandidaten François Fillon. Zudem will Macron das Arbeitsrecht reformieren. Dabei drohen im Herbst neue Massendemonstrationen der Gewerkschaften und der Linken.

Der linksgerichtete Kandidat Jean-Luc Mélenchon betonte die jedoch trotz allem die Rolle der Opposition im Parlament. "Wir sind in Frankreich, nicht in Russland", sagte er dem Radiosender Europe 1. "Wir werden weniger Vertreter der Opposition haben als es in Russland gibt." Wenn Macron zu viel Macht bekomme, "glaubt er am Ende noch, er könne auf dem Wasser gehen", so Mélenchon.

Relative Mehrheit reicht

Bereits im ersten Wahlgang am vergangenen Sonntag war Macrons Bündnis mit 32,3 Prozent klar vorne gelandet. Anders als im ersten Wahlgang reicht in der zweiten Runde eine relative Mehrheit, damit ein Kandidat seinen Wahlkreis gewinnt.

Macron gab seine Stimme in der Küstenstadt Le Touquet im Norden des Landes ab. Premierminister Edouard Philippe, der sich erst kürzlich Macrons Partei La République en Marche angeschlossen hatte, wählte in der Hafenstadt Le Havre.

Die letzten Wahllokale schließen um 20 Uhr.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 18. Juni 2017 um 17:15 Uhr.

Ihre Meinung - meta.tagesschau.de

Darstellung: