Kampf gegen IS im Irak Frankreich verlegt Flugzeugträger

Stand: 14.01.2015 18:55 Uhr

Im Kampf gegen die Dschihadisten-Organisation "Islamischer Staat" (IS) will Frankreich seinen Flugzeugträger "Charles de Gaulle" in den Nahen Osten verlegen. Das sagte Staatschef François Hollande in einer Rede auf dem einzigen Flugzeugträger der französischen Marine.

Der Flugzeugträger gebe Frankreich alle Mittel, um auf eine mögliche "Zunahme der Spannungen" zu reagieren, sagte Hollande. Das Kriegsschiff hatte am Vortag am Hafen von Toulon abgelegt und wird auf seiner Fahrt in den Indischen Ozean auch den Persischen Golf passieren.

"Wir werden, wenn nötig, im Irak Operationen mit noch mehr Intensität und Effizienz führen können", betonte der Präsident. Frankreich hatte sich Mitte September den Luftangriffen der USA gegen den IS im Irak angeschlossen, Angriffe gegen die Terrororganisation in Syrien aber ausgeschlossen.

Flugzeugträger "Charles de Gaulle" | Bildquelle: AFP
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Wurde vom Hafen Toulon in Marsch gesetzt: Frankreichs Flugzeugträger "Charles de Gaulle".

Frankreich 2013 zu Militärschlag in Syrien bereit

Hollande erklärte, er bedaure, dass sich die internationale Staatengemeinschaft im Spätsommer 2013 nicht zu einem Militäreinsatz in Syrien entschlossen habe. Es sei damals darum gegangen, "die Massaker in Syrien zu stoppen und die Extremisten daran zu hindern, weiter an Boden zu gewinnen", sagte der Präsident. "Frankreich war bereit, die Befehle waren erteilt, die Vorbereitungen getroffen. Es wurde ein anderer Weg bevorzugt. Wir sehen die Folgen."

Frankreich hatte nach dem Giftgasangriff nahe der syrischen Hauptstadt Damaskus mit 1400 Toten im August 2013 auf Luftangriffe gegen Syriens Machthaber Baschar al Assad gedrungen. Die USA hatten sich aber letztlich gegen ein militärisches Vorgehen zu diesem Zeitpunkt entschieden.

Kürzungen beim Militär sollen überdacht werden

Die geplanten Kürzungen bei den Streitkräften sollten angesichts der derzeitigen Ausnahmesituation überdacht werden, gab Hollande zu bedenken. Wegen des Haushaltsdefizits sollen bei der Armee in den kommenden Jahren Zehntausende Stellen gestrichen werden. Die Ankündigung ist auch eine Reaktion auf die Anschläge im Großraum Paris, bei der drei Islamisten 17 Menschen erschossen. Die Terrorgruppe Al-Kaida im Jemen hatte die Verantwortung für die Attentate übernommen.

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