Alain Juppe | Bildquelle: AFP

Frankreich-Wahl Kein Plan B ohne Juppé

Stand: 06.03.2017 20:55 Uhr

Mangelnde Unterstützung und die Furcht vor einer Schmutzkampagne - Juppé verzichtet auf eine Präsidentschaftskandidatur. Nun stehen Frankreichs Republikaner ohne ihr "Bollwerk" gegen Le Pen und Macron da. Bleibt nur noch der umstrittene Fillon.

Von Barbara Kostolnik, ARD-Studio Paris

Wie geht es weiter mit dem konservativen französischen Präsidentschaftskandidaten François Fillon. Bleibt er? Geht er? Fest steht: Er klingt wild entschlossen, an seiner Kandidatur festzuhalten; trotz der Ermittlungen um die Scheinbeschäftigung seiner Frau und seiner Kinder. Trotz des Vertrauensverlustes der Franzosen. Dabei gäbe es eigentlich einen Ersatzkandidaten bei den Republikanern, den Zweiten der Vorwahlen Alain Juppé. Doch der hat nun gesagt: Ich bin raus.

Der Auftritt währte nur kurz, aber er hatte es in sich. Juppé, sehr erfolgreicher Bürgermeister von Bordeaux, wählte seine Heimatstadt, um ein für allemal klar zu machen: "Ich kann heute nicht sicherstellen, dass ich die nötige Einheit für unser Projekt herstellen kann." Daher bestätige er noch einmal: "Ich werde nicht Kandidat für die Präsidentschaftswahl sein".

Was war nicht alles spekuliert worden im Vorfeld dieser Erklärung: Juppé werde antreten, schließlich würden ihm beste Chancen eingeräumt, die erste Runde der Präsidentschaftswahl zu überstehen. Er sei ein Bollwerk gegen Marine Le Pen und den emporstrebenden Emmanuel Macron.

Krise der Konservativen in Frankreich
tagesschau 20:00 Uhr, 06.03.2017, Ellis Fröder, ARD Paris

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Mangelnde Unterstützung für Juppé

Allein: Juppé entschied sich dagegen, trotz der vielen, die ihn händeringend gebeten hatten zu kandidieren. "Ich habe diese Appelle gehört, sie haben mich zögern lassen, aber die Bedingung wäre gewesen, dass sich alle uneingeschränkt hinter mir versammeln", sagte Juppé in seiner Erklärung. Bei der gestrigen Veranstaltung von Fillon habe sich jedoch gezeigt, dass sich der Kern der Republikaner radikalisiert habe. Zudem wolle Fillon weitermachen, so der ehemalige Premier - unter diesen Bedingungen könne er nicht antreten.

Interessanterweise nannte er noch zwei Gründe für seinen Verzicht, die den chaotisch-unappetitlichen Wahlkampf in Frankreich in ein grelles Licht tauchen: Zum einen wollten die Franzosen eine Erneuerung des politischen Personals, Juppé ist 71, und zum anderen: "Meine Ehre und den Frieden meiner Familie will ich nicht Zerstörern zum Fraß vorwerfen".

Chaotisch-unappetitlicher Wahlkampf

Offenbar befürchtete Juppé eine Schmutzkampagne: Der Bürgermeister von Bordeaux war vor Jahren in einer Scheinbeschäftigungs-Affäre verurteilt worden und ist seitdem vorbestraft.

Ausschlaggebend für Juppé dürfte jedoch noch ein weiterer Grund gewesen sein: Er konnte sich nicht sicher sein, dass die Anhänger von Ex-Präsident Nicolas Sarkozy geschlossen hinter ihm stehen würden. Von Sarkozy ist bekannt, dass er wenig von einem möglichen Präsidenten Juppé hält, möglicherweise also hat Sarkozy im Stillen die Jubel-Fäuste geballt.

Der konservative französische Politiker Sarkozy
galerie

Ex-Präsident Sarkozy freut sich möglicherweise über die Absage Juppés.

Und noch einen gab es, der die Entscheidung von Juppé irgendwie positiv aufnahm, Jean-Louis David, der Vize-Bürgermeister in Bordeaux: "Ich bin natürlich enttäuscht, aber wenigstens bleibt er uns jetzt als Präsident der Großraum-Region und Bürgermeister erhalten".

Fillon bleibt Kandidat - so lange er will

Die konservativen Republikaner werden nun also mit Fillon weitermachen. Müssen. Am Abend stellte sich die Parteiführung noch einmal hinter ihren Kandidaten - einstimmig. Eines ist damit sicher: Nur Fillon selbst kann das Dilemma der Republikaner lösen. Tritt er nicht freiwillig zurück, bleibt er Kandidat. Bis zum Ende.

Kein Plan B bei Frankreichs Konservativen: Juppé will nicht
B. Kostolnik, ARD Paris
06.03.2017 13:21 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 06. März 2017 um 12:00 Uhr.

Korrespondentin

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Barbara Kostolnik, WDR

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