Michael Flynn | Bildquelle: REUTERS

Russland-Affäre US-Repräsentantenhaus lädt Flynn vor

Stand: 01.06.2017 01:40 Uhr

In der Russland-Affäre hat der Geheimdienstausschuss des US-Repräsentantenhauses den ehemaligen Sicherheitsberater der Trump-Regierung Flynn vorgeladen. Auch der ehemalige Trump-Anwalt Cohen soll dort aussagen.

Der Geheimdienstausschuss des US-Repräsentantenhauses hat im Zuge der Ermittlungen zur Russland-Affäre Ex-Sicherheitsberater Michael Flynn und den ehemaligen Trump-Anwalt Michael Cohen vorgeladen. Auch an die NSA, das FBI und die CIA wurden Vorladungen ausgestellt. Mit den Vorladungen kann der Ausschuss die mutmaßlich Beteiligten zu einer Aussage zwingen und Dokumente und Geschäftsunterlagen einfordern.

Zuvor hatte Flynn eine Kooperation mit den Behörden verweigert. Er werde die vom Geheimdienstausschuss angeforderten Dokumente nicht herausgeben, teilten seine Anwälte vor knapp zwei Wochen mit. Sie beriefen sich auf das von der US-Verfassung garantierte Recht, sich nicht selbst belasten zu müssen. Flynn hatte nach nur dreieinhalb Wochen im Amt im Februar den Hut nehmen müssen, weil er über seine Kontakte zum russischen Botschafter die Unwahrheit gesagt hatte.

Comey-Aussage rückt näher

Der Sonderermittler, der die Untersuchungen der US-Regierung zu möglichen Verbindungen zwischen Vertrauten von Präsident Donald Trump und Russland überwacht, genehmigte derweil nach Aussagen eines Vertrauten von James Comey, dass der ehemalige FBI-Direktor vor dem Geheimdienstausschuss des Senats aussagen kann. Comey hatte bereits angekündigt, dass er zu einer Aussage bereit sei. Wann diese stattfinden wird, ist noch nicht bekannt. Trumps ehemaliger Anwalt Cohen hatte in der Vergangenheit Anfragen des Abgeordnetenhaus-Ausschusses nach Informationen abgelehnt.

Trump hatte den Direktor der Bundespolizei Anfang Mai völlig überraschend entlassen. Als Begründung nannte der Präsident selbst unter anderem die FBI-Untersuchung zu möglichen illegalen Verbindungen seines Wahlkampfteams nach Moskau. Zudem soll Trump eine Woche nach seinem Amtsantritt von Comey ein Loyalitätsbekenntnis eingefordert haben, was der FBI-Chef ihm verweigert habe. In den Tagen nach Comeys Rauswurf sorgten Medienberichte für zusätzlichen Wirbel, wonach der Präsident vergeblich Druck auf den FBI-Chef ausgeübt haben soll

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 01. Juni 2017 um 08:00 Uhr.

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