Rettungskräfte untersuchen die abgestürzte Boeing 737-200 mit der Flugnummer DMJ 0972.  | Bildquelle: dpa

Nach Flugzeugabsturz in Kuba Flugschreiber ist in "gutem Zustand"

Stand: 20.05.2018 10:29 Uhr

Der Flugschreiber der abgestürzten Passagiermaschine auf Kuba ist entdeckt worden. Ein früherer Pilot der Airline erhebt schwere Vorwürfe und berichtet von jahrelangen Missständen.

Nach dem Flugzeugabsturz in Kuba ist einer der beiden Flugschreiber gefunden worden. Das Gerät sei in einem "guten Zustand" geborgen und bereits der zuständigen Untersuchungskommission übergeben worden, sagte der kubanische Verkehrsminister Adel Yzquierdo nach Angaben von Staatsmedien. Nach der zweiten Blackbox wird noch gesucht.

Von dem Flugdatenschreiber und dem Stimmenrekorder erhoffen sich die Behörden Aufschluss über die Ursache des Absturzes. Nach Angaben der Regierung starben 110 Menschen. Drei Frauen konnten lebend aus den Trümmern des Flugzeugs geborgen werden. Ihr Zustand ist nach Angaben von Carlos Alberto Martinez Blanco, dem Leiter der behandelnden Klinik, weiterhin kritisch.

Zerstörtes Flugzeug bei Havanna | Bildquelle: dpa
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Das Flugzeug war kurz nach dem Start abgestürzt - die Ursache ist noch nicht bekannt.

Ex-Pilot berichtet von Missständen

Ein früherer Pilot der mexikanischen Fluggesellschaft Global Air, der die Unglücksmaschine gehörte, hat schwere Vorwürfe gegen das Unternehmen erhoben. Marco Aurelio Hernández sagte der Zeitung "Milenio", er habe wegen Sicherheitsmängeln 2013 bei der mexikanischen Verkehrsbehörde Beschwerde eingereicht. Dabei sei es um mangelnde Wartung der Flugzeuge gegangen. Zwar habe es "sehr fähige" Mechaniker bei Global Air gegeben, ihnen habe es aber an Sorgfalt und an Ersatzteilen gefehlt.

Hernández arbeitete nach eigenen Angaben von 2005 bis 2013 bei Global Air. Dabei habe er auch die am Freitag abgestürzte Boeing 737-200 geflogen. Den Piloten der Unglücksmaschine beschrieb er als "sehr fähigen, sehr gut vorbereiteten" Kollegen.

Eine Sprecherin von Global Air bestätigte, dass Hernández bei der Fluggesellschaft gearbeitet habe. Zu seiner Beschwerde wollte sie sich nicht äußern.

Fluggesellschaft wird neu geprüft

Die Unglücksmaschine war 1979 gebaut worden und zuletzt im November bei einer Sicherheitsüberprüfung gewesen. Dabei sei kein Regelverstoß festgestellt worden, teilte die mexikanische Verkehrsbehörde mit.

Mexikos zivile Luftfahrtbehörde erklärte, Global Air werde einer "neuen operativen Prüfung" unterzogen. Diese außerordentliche Prüfung solle zur Aufklärung des Flugzeugabsturzes beitragen.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 20. Mai 2018 um 07:43 Uhr.

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