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Korruptionsskandal beim Fußball-Weltverband FIFA fordert Schadensersatz in Millionenhöhe

Stand: 16.03.2016 12:19 Uhr

Die FIFA fordert im Korruptionsskandal von den in den USA Beschuldigten eine Entschädigung in mindestens zweistelliger Millionenhöhe. Der Antrag richte sich gegen 41 frühere FIFA-Offizielle und Fußball-Funktionäre, so der Weltverband. Erstmals wurden auch Bestechungen bei WM-Vergaben eingeräumt.

Unter ihrem neuen Präsidenten Gianni Infantino geht die FIFA in die Offensive: So fordert der Fußball-Weltverband im Korruptionsskandal von den Beschuldigten der US-Ermittlungen eine Entschädigung in mindestens zweistelliger Millionenhöhe. Der bei den amerikanischen Behörden eingereichte Antrag richte sich gegen 41 frühere FIFA-Offizielle und Fußball-Funktionäre, teilte der Weltverband mit. Darunter sind die ehemaligen FIFA-Vizepräsidenten Jack Warner und Jeffrey Webb sowie die früheren Exekutivkomitee-Mitglieder Charles Blazer und Ricardo Teixeira.

Weltverband sieht sich als Opfer

Erstmals räumte der Weltverband ein, dass bei der Vergabe der WM 1998 nach Frankreich und 2010 nach Südafrika Bestechungsgelder geflossen sind: Die FIFA geht aufgrund der Ermittlungen des US-Justizministeriums und eigener Untersuchungen davon aus, dass die Beschuldigten mindestens mehrere Dutzend Millionen US-Dollar illegal via Bestechung, Schmiergeld oder mithilfe anderer Korruptionsmechanismen umgeleitet haben.

Der Weltverband sieht sich als Opfer, diese können nach US-Recht von Verurteilten Entschädigung verlangen. "Die überführten Angeklagten haben ihre Positionen des Vertrauens, die sie bei der FIFA und anderen internationalen Fußball-Organisationen innehatten, missbraucht und haben der FIFA, ihren Mitgliedsverbänden und der Fußball-Gemeinschaft schweren und dauerhaften Schaden zugefügt", sagte der neu gewählte FIFA-Präsident Infantino zu dem juristischen Schritt. "Die FIFA will das Geld zurück, und wir sind entschlossen, es zu bekommen, egal, wie lange es dauern wird."

So funktioniert die FIFA
26.02.2016, Ute Konrad, ARD-aktuell

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Schmiergeld-System unter Havelange und Blatter

Kritiker werfen der FIFA vor, die Annahme von Schmiergeldern habe zum System der FIFA-Präsidenten Joao Havelange und Sepp Blatter gehört.

Blatter war im vergangenen Jahr nach 17 Jahren im Zuge von Ermittlungen von seinem Amt suspendiert worden. Das Strafverfahren gegen ihn war im September eröffnet worden. Dabei geht es um mutmaßliches finanzielles Missmanagement wegen einer Zahlung von zwei Millionen Dollar (1,82 Millionen Euro) aus FIFA-Mitteln an den französischen Funktionär Michel Platini, die Blatter 2011 gebilligt haben soll.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 16. März 2016 um 12:15 Uhr.

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