US-Grenzpolizisten durchsuchen eine Frau an der Grenze nahe zu Mexiko, ihr Kind weint. | Bildquelle: AFP

Familientrennung an Grenze Trump bleibt hart

Stand: 20.06.2018 01:54 Uhr

Für Trump ist die Trennung von illegalen Einwandererfamilien an der Grenze nur folgerichtig. Doch gegen seine Haltung regt sich auch in seiner Partei Widerstand.

US-Präsident Donald Trump gerät wegen der Trennung von Migrantenfamilien an der Grenze zu Mexiko zunehmend unter Druck. Kinder von ihren Eltern zu trennen, sei grausam, unmenschlich und ein klarer Verstoß gegen die Menschenrechte, sagte Mexikos Außenminister Luis Videgaray.

Kinder weinen, rufen nach ihren Eltern

Erstmals sind Tonaufnahmen aus einem der Heime veröffentlicht worden, in denen die Kinder getrennt von ihren illegal eingewanderten Eltern untergebracht sind. Eine Bürgerrechtsanwältin hat sie der Nonprofit-Organisation für investigativen Journalismus "ProPublica" übermittelt. Zu hören sind Kinder, die weinen und nach ihren Eltern rufen. Die Mütter und Väter wissen häufig wochenlang nicht, wo ihre Kinder sind, haben keinen Kontakt zu ihnen.

Dementsprechend ist auch in den USA die Kritik lauter geworden. Mehrere prominente Senatoren von Trumps Republikanischer Partei fordern, Familien nicht auseinanderzureißen, nur weil sie versuchten, illegal aus Zentralamerika in die USA zu gelangen. Unternehmensverbände verurteilen die Praxis der Grenzschützer ebenfalls scharf. Auch die Mehrheit der Amerikaner lehnt das Vorgehen ab, wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters ergab.

Trump gibt Demokraten die Schuld

Trump wies alle Kritik zurück. Schuld seien die Demokraten, weil sie neue Einwanderungsgesetze blockierten. "Ihnen ist die Kriminalität egal und sie wollen illegale Einwanderer", schrieb Trump auf Twitter in Richtung der Demokraten. Menschen, die illegal in die USA gelangen wollten, müssten festgenommen werden. Die meisten Kinder würden zudem ohne Eltern ankommen. Später warf er den Demokraten vor, verantwortlich für Schlupflöcher in Gesetzen zu sein, die nur die Wahl zwischen einer Trennung der Kinder von ihren Eltern oder aber deren Freilassung ließen. Das wolle er nicht. Vielmehr solle der Kongress ein Gesetz verabschieden, dass es erlaube, Familien gemeinsam festzunehmen und abzuschieben.

Die US-Behörden trennten im Kampf gegen illegale Einwanderung zwischen Mitte April und Ende Mai an der Grenze zu Mexiko fast 2000 Eltern von ihren Kindern. Ärzte warnen davor, dass dies zu lebenslangen Traumata führen kann.

Videgaray rief die USA dazu auf, ihre Praxis zu überdenken. Die Lage sei inakzeptabel. Die internationale Gemeinschaft müsse klar Stellung beziehen. Mexiko habe den USA seine Position erläutert und das Thema bei ranghohen UN-Vertretern angesprochen, darunter Generalsekretär Antonio Guterres.

"Gegen amerikanische Werte"

Die Amerikanische Handelskammer forderte, die Trennung der Familien sofort zu stoppen. Cisco-Chef Chuck Robbins vom Business Roundtable, einer einflussreiche Unternehmer-Lobby, sagte: "Die Praxis ist grausam und das Gegenteil amerikanischer Werte."

Die republikanischen Senatoren Ron Johnson, Ted Cruz und John Kennedy forderten Trump auf, Familien zu erlauben zusammenzubleiben, wenn sie die Grenze illegal überschritten haben sollten. Im Repräsentantenhaus machte ein ähnlich lautender Gesetzentwurf die Runde.

Druck für Bau der Mauer?

Möglich ist, dass Trump mit seinem Vorgehen den Senat zwingen will, die Gelder zum Bau einer Mauer an der Grenze zu Mexiko freizugeben. Das hat er bereits im Wahlkampf versprochen. Die Demokraten sperren sich jedoch dagegen.

US-Amerikaner protestieren gegen Familientrennung
mittagsmagazin, 20.06.2018, Stefan Niemann, NDR Washington

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 19. Juni 2018 um 22:30 Uhr.

Darstellung: