Eine  große Oscar-Statuette, aufgenommen beim 88. Academy Awards Nominees Luncheon am 08.02.2016 in Beverly Hills | Bildquelle: dpa

Oscar-Nominierung Sonnige Aussichten für deutsche Kandidaten

Stand: 02.03.2018 09:51 Uhr

Beim Rennen um einen Oscar sind auch in diesem Jahr wieder deutsche Produktionen nominiert. Mit dabei am Sonntag: ein Altbekannter. Newcomer ist ein Spezialist aus Potsdam, der in Filmen das Wetter macht.

Von Katharina Wilhelm, ARD-Studio Los Angeles

Gerd Nefzer hat ein sonniges Gemüt - dabei ist er Spezialist für richtig mieses Wetter. In dem düsteren Zukunftsdrama "Blade Runner 2049" hat er mit seiner Potsdamer Firma für Spezialeffekte dafür gesorgt, dass den Schauspielern Ryan Gosling und Harrison Ford Regen, Schnee und Wind um die Ohren peitschen.

Regisseur Denis Villeneuve sei es nämlich wichtig gewesen, dass möglichst wenig computergenerierte Spezialeffekte eingesetzt werden, sondern dass richtiges Wetter erzeugt wird. "Wir hatten in jedem Set und in jedem Studio ein anderes Wetter", erklärt Nefzer. "Wie Sprühregen oder starker Regen."

Der Potsdamer Spezialist für Spezialeffekte, Gerd Nefzer, steht in einem vernebelten Gang. | Bildquelle: dpa
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Für beste Spezialeffekte nominiert: der Potsdamer Gerd Nefzer.

Beste visuelle Effekte

Das ist so überzeugend gelungen, dass er dafür eine Oscar-Nominierung in der Kategorie "Beste Visuelle Effekte" bekommen hat. Der 52-jährige Nefzer, der aus Schwäbisch Hall stammt, ist damit einer der deutschen Hoffnungsträger für einen Oscar.

Aufgeregt allerdings wirkt der Schwabe kein bisschen, trotz der großen Bühne am Sonntagabend. "Also wenn gesagt wird: The Oscar goes to… Dann haben wir 45 Sekunden Zeit, um auf die Bühne zu kommen und eine Dankesrede zu halten. Schauen wir mal, was passiert. Wenn ich was sagen muss: Diese paar Sekunden bekomme ich hoffentlich zusammen."

Ob die Oscar-Nominierung ausschließlich positiv für ihn und seine Firma sein wird, da ist sich Nefzer noch unsicher. "Ich hab so ein bisschen die Befürchtung, dass es heißt: 'Der ist Oscar-nominiert, den kann man nicht mehr anrufen, das ist eine Klasse zu hoch.' Aber so bin ich nicht, so ist unsere Firma nicht. Wir machen Effekte für jedes Budget."

Hans Zimmer | Bildquelle: AP
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Der deutsche Filmkomponist Hans Zimmer ...

Szene aus dem Film ''Dunkirk'' | Bildquelle: Warner Bros.
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... könnte für seinen Soundtrack zu "Dunkirk" einen Oscar gewinnen.

Beste Musik

Ebenfalls mit von der Partie ist ein Altbekannter: Der gebürtige Frankfurter Komponist Hans Zimmer. Er ist für seine Filmmusik für das Zweite-Weltkriegs-Drama "Dunkirk" nominiert.

Es ist bereits die zehnte Nominierung für Zimmer. Wenn er gewinnt, könnte er seinen zweiten Oscar mit nach Hause nehmen. Den ersten gab es für den Disney-Film "König der Löwen".

Live-Action-Kurzfilm

Oscar-Erfahrung bringt auch die Nominierte in der Kategorie bester Kurzfilm mit: Katja Benrath. Im vergangenen Jahr gewann die Studentin der Hamburg Media School mit ihrem Kurzfilm, der deutsch-kenianischen Produktion, "Wate Wote - All of Us" den Goldenen Studenten-Oscar. In dem Drama geht es um einen Terroranschlag auf einen Bus, bei dem sich Muslime schützend vor ihre christlichen Mitreisenden stellen, es geht um Mitgefühl und Solidarität.

Katja Benrath | Bildquelle: dpa
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Chancen auf die begehrte Trophäe hat auch die deutsche Regisseurin und Schauspielerin Katja Benrath.

Für Benrath ein unglaublich aktuelles Thema. "Es hat sich dort so abgespielt - ein großartiges Exempel dafür, dass es eben nicht zwangsläufig um Religion gehen soll, sondern darum, sich menschlich zu verhalten." Nicht nur in Deutschland, auch in Kenia werden die Daumen am Sonntag gedrückt, erzählt der Produzent von "Watu Wote", Tobias Rosen. "Zum ersten Mal ist Kenia für den Oscar nominiert, das ist 'ne richtige Hausnummer dort."

Bester Dokumentarfilm

Zu den weiteren deutschen Nominierten gehören außerdem die Regisseure Jakob Schuh und Jan Lachauer in der Kategorie "Animierter Kurzfilm" für "Revolting Rhymes" eine Koproduktion mit der BBC, die auf einer Geschichte von Roald Dahl basiert. Außerdem nominiert ist die SWR-Koproduktion "Die letzten Männer von Aleppo" als bester Dokumentarfilm.

Die deutschen Oscar-Hoffnungen
Katharina Wilhelm, ARD Los Angeles
02.03.2018 09:02 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandradio am 02. März 2018 um 06:18 Uhr.

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