Schuhe auf dem Place de la Republique | Bildquelle: REUTERS

Weltweite Aktionen vor Klimakonferenz Demos, Menschenketten und Schuhe

Stand: 29.11.2015 18:14 Uhr

Sydney, Seoul, Berlin, Paris: In vielen Städten haben Menschen für mehr Klimaschutz demonstriert. Nur in Paris, Gastgeberstadt der Klimakonferenz, blieben die Straßen wegen des Ausnahmezustands weitgehend leer. Stattdessen: Schuhe auf dem Platz der Republik. Dort kam es vereinzelt zu Krawallen.

Vor Beginn der Weltklimakonferenz in Paris haben Umweltschützer weltweit die Staats- und Regierungschefs zur Begrenzung der Erderwärmung aufgerufen. Insgesamt sind am Wochenende 2300 Veranstaltungen in 150 Staaten geplant.

An einer Auftaktkundgebung im australischen Melbourne beteiligten sich bereits am Freitag 40.000 Demonstranten. Den zahlenmäßig größten Protest in Australien gab es heute in Sydney, wo mehr als 45.000 Menschen für ein stärkeres Engagement in dem Bereich demonstrierten. Demonstranten trugen Plakate mit Aufschriften wie "Es gibt keinen Plan B" oder "Nein zur Abholzung von Wäldern für Strom".

In Südkoreas Hauptstadt Seoul zogen Demonstranten mit Plakaten durch die Straßen. In Hongkong zeigten Aktivisten Eisbären aus Styropor, um auf das Schmelzen des arktischen Eises aufmerksam zu machen.

Demo in Berlin

In Berlin versammelten sich mehrere Tausend Menschen am Hauptbahnhof zum Global Climate March. Anschließend wollten sie durch das Regierungsviertel ziehen, ehe am Brandenburger Tor eine Abschlusskundgebung geplant ist. Die Veranstalter rund um WWF, Oxfam, Nabu, die Klima-Allianz, Greenpeace und Campact rechnen mit bis zu 15.000 Teilnehmern.

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Demos rund um die Welt für Klimaschutz

Einen Tag vor Beginn des Klimagipfels in Paris gehen Tausende Menschen weltweit auf die Straßen, um den politischen Druck auf die Staats- und Regierungschefs zu erhöhen. Eindrücke in Bildern.

der Global Climate March in Berlin

Die Welt als schmelzende Eiskugel: Einen Tag vor Beginn des Klimagipfels in Paris demonstrieren Tausende in Berlin für wirksame Schritte gegen die globale Erderwärmung. | Bildquelle: AFP

Viele der Teilnehmer hatten gelbe Fahnen von Campact dabei, auf denen etwa zu lesen war "Kohlekraft stoppen" oder "Fracking stoppen". Auf anderen Transparenten war zu lesen "Windkraft - Ja bitte" und "Steigender Meeresspiegel - Hilfe! Wir wollen nicht untergehen!"

In London kamen nach Angaben der Organisatoren erheblich mehr zu der Kundgebung als die erwarteten 30.000 Menschen.

Menschenkette und Schuhe in Paris

Einen symbolischen Protest dachten sich die Veranstalter in Paris aus, der Gastgeberstadt der morgen beginnenden Weltklimakonferenz. Da wegen des Ausnahmezustands infolge der Terroranschläge der zentrale Protestmarsch verboten worden war, stellten sie Aktivisten auf der Place de la République Tausende Schuhe auf - als Symbol für die Tausenden Demonstranten, die an dem Protestmarsch gehindert wurden. Darunter waren auch ein Paar Turnschuhe von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon und ein Paar Schuhe von Papst Franziskus - beschriftet mit seinem Namen und dem Titel seiner Enzyklika gegen den Klimawandel.

Ein Mann geht zwischen den symbolisch platzierten Schuhen auf dem Place de la Republique. | Bildquelle: AP
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Symbolischer Protest mit Schuhen in Paris. Sie sollen Demonstranten symbolisieren, die wegen des Kundgebungsverbots nicht kommen konnten.

Auch die Straßen in der französischen Hauptstadt blieben nicht ganz leer: Statt der geplanten Großdemo fassten sich nach Angaben der Veranstalter mehr als 10.000 Demonstranten entlang der ursprünglichen Demonstrationsroute am Boulevard Voltaire an den Händen. Nur vor der Konzerthalle Bataclan, wo bei den Anschlägen 90 Menschen getötet wurden, ließen die Demonstranten eine Lücke. Die Polizei sprach von 4500 Teilnehmern.

Am Place de la République kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizeibeamten. Medien berichteten, vermummte Teilnehmer der Protestaktion hätten Glasflaschen auf die Sicherheitskräfte geworfen. Daraufhin setze die Polizei Tränengas ein. Verletzte gab es laut Polizei nicht, rund 150 Demonstranten wurden vorübergehend festgenommen.

Weitere Demos soll es in Neuseeland, den Philippinen, Bangladesch und Japan, Südafrika und den USA geben.

Die Demonstranten wollen so den Druck auf die Konferenzteilnehmer erhöhen. Mehr als 140 Staats- und Regierungschefs werden zur Weltklimakonferenz in Paris erwartet. Auf der zweiwöchigen Konferenz soll ein international verbindliches Klimaschutzabkommen beschlossen werden. Ziel ist eine Begrenzung der Erderwärmung auf zwei Grad. Bereits heute treffen sich UN-Generalsekretär Ban Ki Moon und der französische Präsident François Hollande zu Gesprächen.

Über dieses Thema berichtete die tagesthemen am 29. November 2015 um 22.45 Uhr.

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