Demonstration in Madrid. | Bildquelle: AFP

Katalonien-Konflikt Jetzt spricht die "schweigende Mehrheit"

Stand: 07.10.2017 12:28 Uhr

Umfragen zufolge sind die 7,5 Millionen Katalanen nahezu gleich in Anhänger und Gegner einer Unabhängigkeit aufgeteilt. Weil das "Nein"-Lager zersplittert ist, kam es vor dem Referendum kaum zu Wort. Jetzt geht die "schweigende Mehrheit" landesweit auf die Straße.

Von Marc Koch, ARD-Studio Madrid

Die sogenannte "schweigende Mehrheit" geht auf die Straße: Überall in Spanien wollen die Gegner einer katalanischen Unabhängigkeit für Dialog und Verhandlungen demonstrieren. Die Teilnehmer sollen sich in weißer Kleidung vor den Rathäusern ihrer Kommunen versammeln und weiße Tücher an ihre Balkons hängen, heißt es in einem Aufruf im Internet.

Demonstration in Barcelona. | Bildquelle: REUTERS
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Weiß gekleidet und mit weißen Ballons gehen die Gegner einer Abspaltung Kataloniens in mehrerem Städten auf die Straße.

Es ist nicht das einzige Zeichen für Bewegung in diesem Konflikt. Der frühere katalanische Ministerpräsident Artur Mas, ein erklärter Befürworter der Unabhängigkeit, hält es für zu früh, sich von Spanien abzuspalten, sagte er der "Financial Times": "Um wirklich unabhängig zu sein, braucht es einige Dinge, die wir momentan einfach noch nicht haben." Damit meint der Ex-Regierungschef vor allem Themen wie Steuererhebung, ein Justizsystem und die Kontrolle über das Territorium.

Demonstranten sprechen sich gegen Abspaltung Kataloniens aus
tagesschau 12:55 Uhr, 07.10.2017

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Kein gemeinsamer Kurs der Separatisten

Obwohl die aktuelle katalanische Regierung offiziell an der Unabhängigkeitserklärung festhält, scheinen sich die verschiedenen Separatisten nicht über einen gemeinsamen Kurs verständigen zu können. Auch aus Madrid kamen erste Anzeichen einer möglichen Entspannung.

Die spanische Regierung entschuldigte sich für die Opfer der Polizeigewalt beim Unabhängigkeitsreferendum. Er bedauere, dass es Verletzte gegeben habe und bitte im Namen der Polizisten um Verzeihung, sagte der Vertreter der Zentralregierung in Katalonien.

Aufruf zu Neuwahlen

Bei der illegalen Abstimmung waren am vergangenen Sonntag Hunderte von Menschen bei Einsätzen der spanischen Nationalpolizei durch Schlagstöcke und Gummigeschosse verletzt worden und mussten in Krankenhäusern behandelt werden. Außerdem hat sich die Zentralregierung in Madrid für Neuwahlen in Katalonien ausgesprochen.

Nach einer Kabinettssitzung sagte Regierungssprecher Iñigo Mendez de Vigo, das könne ein erster Schritt sein, um die Krise beizulegen: "Ich glaube, dass es gut wäre, damit zu beginnen, den Bruch zu schließen, indem das katalanische Parlament, das die Bürger Kataloniens repräsentiert, Neuwahlen ausruft." Erst einmal sollen die Katalanen am Sonntag in Barcelona demonstrieren: Gegner der Unabhängigkeit, darunter auch viele Künstler und Intellektuelle, haben zu einer Großkundgebung aufgerufen. Auch sie wollen zeigen, dass die Mehrheit nicht mehr schweigt.

Die schweigende Mehrheit geht auf die Straße
M. Koch, ARD Madrid
07.10.2017 11:55 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 07. Oktober 2017 um 12:00 Uhr und 12:55 Uhr.

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