Ahmet Davutoglu | Bildquelle: REUTERS

Ministerpräsident Davutoglu für neue Strategie Türkei will Bodentruppen in Syrien

Stand: 10.11.2015 11:19 Uhr

Der türkische Ministerpräsident Davutoglu hat sich erstmals klar für Bodentruppen in Syrien ausgesprochen. Das wäre ein Strategiewechsel. Er sagte dem Sender CNN International, Luftangriffe auf die IS-Terrormiliz reichten nicht aus.

Die Türkei ist dafür, Bodentruppen in Syrien einzusetzen. Ministerpräsident Ahmet Davutoglu sagte dem Fernsehsender CNN International, Luftangriffe auf die Terrorgruppe "Islamischer Staat" (IS) reichten nicht aus.

Nach seiner Ansicht ist ein internationaler Einsatz nötig, denn so etwas könne die Türkei nicht alleine bewältigen. "Wir brauchen eine integrierte Strategie mit Luftschlägen und Bodentruppen", so Davutoglu.

Türkische Panzer patroullieren an der Grenze zu Syrien | Bildquelle: dpa
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Bisher patroullieren türkische Panzer nur an der Grenze zu Syrien

Damit geht er deutlich weiter als bisher. Zuletzt hatte Davutoglu lediglich erklärt, der Einsatz von Bodentruppen sei zwar nicht ausgeschlossen, aber nur nötig, falls sich die moderaten Kräfte in Syrien nicht durchsetzen sollten.

USA schicken Bodentruppen

Ende Oktober hatten die USA beschlossen, Bodentruppen nach Syrien zu schicken, allerdings keine Kampfeinheiten. Präsident Obama genehmigte den Einsatz einer Spezialeinheit im Norden des Bürgerkriegslandes, um - wie es hieß - "die lokalen Truppen am Boden zu koordinieren."

Die Spezialkräfte sollen die US-geführte internationale Militärkoalition im Kampf gegen den IS unterstützen. Die Luftangriffe haben die Islamisten bisher nicht nachhaltig zurückgedrängt.

Davutoglu fordert Ablösung Assads

Davutoglu sagte nun, eine Bodentruppen-Strategie müsse über den Kampf gegen den IS hinausgehen. Sonst drohe ein Machtvakuum, in dem eine neue Terrorgruppe entstehen könne. Er sprach sich außerdem dafür aus, in Syrien eine Schutzzone an der türkischen Grenze zu schaffen.

Eine Lösung der Krise wäre dann erreicht, wenn die syrischen Flüchtlinge in ihre befriedete Heimat zurückkehren könnten, so Davutoglu. Dies sei mit dem derzeitigen Machthaber Baschar al-Assad in Syrien aber nicht möglich. "Die Frage ist nicht, wie lange Assad bleiben wird, die Frage ist, wann und wie Assad gehen wird."

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