Francesco Schettino | Bildquelle: REUTERS

Urteil gegen "Costa Concordia"-Kapitän 16 Jahre Haft für Schettino

Stand: 11.02.2015 20:16 Uhr

Der Kapitän der "Costa Concordia", Francesco Schettino, ist für das Schiffsunglück mit 32 Toten zu 16 Jahren Haft verurteilt worden. Das erklärte das Gericht in der toskanischen Stadt Grosseto. Schettino habe sich unter anderem mehrfach der fahrlässigen Tötung schuldig gemacht, erklärte der Vorsitzende Richter.

Schettino selbst war bei dem Urteilsspruch nicht anwesend, obwohl er das zuvor angekündigt hatte. Er habe Fieber, erklärten seine Anwälte. Sie hatten einen Freispruch gefordert, die Staatsanwaltschaft 26 Jahre und 3 Monate Haft.

Schettino: "Mein Kopf wurde geopfert"

Vor der Verurteilung hatte sich Schettino nochmal unter Tränen verteidigt: "Mein Kopf wurde geopfert, um wirtschaftliche Interessen zu schützen", beklagte der 54-Jährige in seinen Schlussworten. Er sei in den Medien falsch dargestellt worden. "An diesem 13. Januar 2012 bin auch ich zum Teil gestorben", sagte er. "Es ist schwierig, das ein Leben zu nennen, was ich lebe."

Nebenkläger hatten immer wieder betont, dass Schettino nicht alleine für das Unglück verantwortlich gemacht werden könne. Auch die Reederei Costa Crociere treffe eine Schuld, unter anderem wegen technischer Defekte.

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Kreuzfahrtschiff Costa Concordia

Die "Costa Concordia" bei ihrer Einweihung in der Nähe von Civitavecchia 2006. Sechs Jahre lang fährt das Schiff Kreuzfahrttouristen über die Meere. Ohne große Probleme ... | Bildquelle: picture-alliance/ dpa

Die "Costa Concordia" war mit mehr als 4200 Menschen an Bord vor der italienischen Insel Giglio auf einen Felsen gefahren und gekentert. Unter den Toten waren zwölf Deutsche. Schettino hatte sich nach dem Unglück zuerst selbst gerettet, bevor die Evakuierung abgeschlossen war.

Er selbst hatte immer wieder betont, dass vor allem seine Crew an dem Unglück schuld gewesen sei. Es wird erwartet, dass Schettino Berufung einlegt. Er war der einzige Angeklagte in dem Mammutprozess und stand seit eineinhalb Jahren vor Gericht.

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