Der philippinische Präsident Duterte in Peking | Bildquelle: dpa

Philippinischer Präsident in China Dutertes neue Freunde

Stand: 20.10.2016 18:39 Uhr

Vor drei Monaten hatte China noch mit Krieg gedroht, jetzt der innige Schulterschluss: Der philippinische Präsident Duterte und Gastgeber Xi haben ihre neue Allianz mit Milliardenverträgen untermauert. Und Duterte verkündete gleich noch den Bruch mit den USA.

Von Axel Dorloff, ARD-Studio Peking

Ein Meilenstein sei der Besuch, so Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping beim Treffen der beiden Präsidenten in Peking. Und tatsächlich war es ein außenpolitischer Meilenstein: Der philippinische Präsident Rodrigo Duterte hat in China offiziell den Bruch seines Landes mit den USA verkündet. "An diesem Ort erkläre ich meine Trennung von den USA - im militärischen und im ökonomischen Sinne."

Und die neue Allianz mit China nimmt gleich konkrete Formen an. Wirtschaftsabkommen über 13,5 Milliarden Dollar würden unterzeichnet, so der philippinische Handelsminister Ramon Lopez. Der vor kurzem noch so erbittert ausgetragene Streit um Gebiete im Südchinesischen Meer soll nun durch bilaterale Gespräche gelöst werden. Das ist genau das, was China vorschwebt.

Der philippinische Präsident Duterte in Peking | Bildquelle: REUTERS
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Freundlicher Empfang: Der philippinische Präsident Duterte in Peking

Konfrontationskurs? War gestern

Nichts mehr zu spüren vom harten Konfrontationskurs: Vor drei Monaten hatte China noch mit Krieg gedroht, als die Philippinen im Streit um Gebiete im Südchinesischen Meer Recht bekamen. Der Ständige Schiedshof in Den Haag hatte Chinas Hoheitsansprüche zurückgewiesen.

Drei gegen den Rest der Welt?

Duterte schlug in Peking im Inselstreit nun leise Töne an, dafür fand er jetzt mit China einen neuen politischen und wirtschaftlichen Partner. Und es gab warme Worte für den Gastgeber. "Amerika hat verloren. Ich gliedere mich in Chinas ideologischen Fluss ein. Vielleicht fahre ich auch nach Russland und spreche mit Putin und sage ihm: Es sind wir Drei gegen den Rest der Welt: China, Russland und die Philippinen."

International wird Duterte wegen seines Drogenkriegs und seiner Verbalattacken, unter anderem gegen katholische Priester, scharf kritisiert. Nicht so von China. Peking breitete ihm den roten Teppich aus. Der China-Besuch des philippinischen Präsidenten wird und wurde schon im Vorfeld als große Wiederannäherung beider Länder inszeniert. Allerdings bleibt bei Duterte immer ein Rest Unsicherheit: Es wäre nicht das erste Mal, dass er selbst oder seine Sprecher hinterher bereits Gesagtes zurücknehmen oder relativieren.

Bruch mit USA, neuer Freund China? Duterte in Peking
A. Dorloff, ARD Peking
20.10.2016 17:56 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 18. Oktober 2016 um 05:41 Uhr

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