US-Kampfjet startet von USS Dwight D. Eisenhower im Mittelmeer | Bildquelle: AFP

Rimpac-Übung im Pazifik USA laden China von Seemanöver aus

Stand: 24.05.2018 09:49 Uhr

Es ist das größte Seemanöver seiner Art weltweit: Mehr als tausend Soldaten sollten daran teilnehmen. China ist in diesem Jahr nicht dabei. Die USA vermuten chinesische Raketen im Südchinesischen Meer.

Die USA haben China von einem multinationalen Seemanöver im Pazifik ausgeladen. Ein Sprecher des US-Verteidigungsministeriums sagte, es gebe deutliche Hinweise darauf, dass China unter anderem Raketensysteme zur Abwehr von Schiffen und Flugzeugen auf den Spratly-Inseln stationiert habe.

Chinas Aufrüstung in den von mehreren Ländern beanspruchten Gebieten im Südchinesischen Meer führe dazu, "die Spannungen zu verschärfen und die Region zu destabilisieren", so der Sprecher.

Die Spratly-Inseln werden von mehreren Staaten wie Vietnam und Taiwan beansprucht. Die USA hatten Anfang des Monats China vorgeworfen, dort aufzurüsten und mit Konsequenzen gedroht. Durch das Südchinesische Meer verlaufen wichtige Schifffahrtsrouten.

Karte: China, Vietnam und die Philippinen sowie die Spratley-Inseln und die Paracel-Inseln
galerie

Die Spratly-Inseln werden von mehreren Staaten beantsprucht.

"Leichtfertige" Entscheidung

Der chinesische Außenminister Wang Yi nannte die Entscheidung "sehr unkonstruktiv". Die Aktivitäten seines Landes in der Region dienten der Selbstverteidigung und blieben weit hinter dem Vorgehen der USA auf Guam und Hawaii zurück. Die US-Regierung habe die Entscheidung "leichtfertig" gefällt und behindere damit das "gegenseitige Verständnis zwischen China und den USA", so Wang Yi bei einer Pressekonferenz nach einem Treffen mit seinem US-Kollegen Mike Pompeo.

Die Übung "Rim of the Pacific" (Rimpac) war 1971 ins Leben gerufen worden und findet alle zwei Jahre bei Hawaii statt. Das Seemanöver gilt als größtes seiner Art. Die Militärübung findet vom 27. Juni bis zum 2. August statt.

Wachsende Spannung zwischen den USA und China

Der Ausschluss Chinas von dem internationalen Seemanöver erfolgte vor dem Hintergrund wachsender Spannungen zwischen Washington und Peking. Am Mittwoch zeigte sich US-Präsident Donald Trump unzufrieden mit den Zugeständnissen Chinas im Handelsstreit mit den Vereinigten Staaten. Am Vortag hatte er nahe gelegt, dass Chinas Staatschef Xi Jinping eine Rolle dabei gespielt haben könnte, dass Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un sein für den 12. Juni geplantes Gipfeltreffen mit dem US-Präsidenten zuletzt in Frage stellte.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 23. Mai 2018 um 22:00 Uhr in den Nachrichten.

Darstellung: