Militär in Ouagadougou | Bildquelle: AFP

Putschversuch in Burkina Faso Präsident kehrt ins Amt zurück

Stand: 23.09.2015 02:40 Uhr

Der Staatsstreich im westafrikanischen Burkina Faso scheint beendet zu sein. Der Chef der Putschisten hat die Rückkehr von Michel Kafando in das Amt des Interimspräsidenten angekündigt. Außerdem schlossen beide Seiten ein Abkommen zur Lösung des Konflikts.

Burkina Fasos Übergangspräsident Karfando | Bildquelle: AFP
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Bekommt sein Amt zurück: Übergangspräsident Kafando

Erst eine Woche ist es her, da putschte die Präsidentengarde im westafrikanischen Burkina Faso die Regierung. Nun zeichnet sich bereits ein Ende der Staatskrise ab. Putschistenführer Gilbert Diendéré kündigte die Rückkehr des gestürzten Interimspräsidenten Michel Kafando auf seinen Posten an. Dies solle am Mittwoch geschehen, sagte Diendéré der Nachrichtenagentur AFP.

Darüber hinaus einigten sich beide Seiten auf einen Fünf-Punkte-Plan zur Lösung des Konflikts: Dieser sieht unter anderem einen Rückzug der Präsidentengarde aus der Hauptstadt Ouagadougou vor. Im Gegenzug soll auch die reguläre Armee, die in der Nacht zum Dienstag in Ouagadougou einmarschiert war, 50 Kilometer aus der Hauptstadt zurückweichen. Sie gab überdies Sicherheitsgarantien für die Putschisten und ihre Angehörigen ab.

Elitetruppe hatte Präsident festgesetzt

Diendérés rund 1200 Mann starke Elitetruppe hatte am vergangenen Mittwoch Präsident Kafando und mehrere Regierungsmitglieder festgesetzt.

Burkina Fasos Putschführer Gilbert Diendéré | Bildquelle: dpa
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Burkina Fasos Putschführer Gilbert Diendéré gibt auf

Zwei Tage später wurden Kafando und zwei Minister auf internationalen Druck aber wieder freigelassen. Diendéré hatte offenbar unter dem Druck der Armeeführung aufgegeben, die sich gegen seine Junta gestellt hatte.

Unklar ist, wann die Präsidentenwahl stattfinden wird. Mit ihr sollte nach dem Sturz des Langzeitpräsidenten Blaise Compaoré im vergangenen Jahr der Übergang zur Demokratie gefestigt werden. Die Putschisten gelten als loyal zu Compaoré. Er musste nach 27 Jahren an der Macht nach Massenprotesten ins Ausland fliehen.

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