Belgische Soldaten patrouillieren an einem Bahnhof in Brüssel

Ankündigung des Innenministers Flughafen-Sicherheitssystem für belgische Bahnhöfe?

Stand: 06.01.2017 01:49 Uhr

Kameras mit Gesichtserkennung, spezielle Polizisten, die auf auffälliges Verhalten achten - nach dem Anschlag am Brüsseler Flughafen hat Belgien dort das Sicherheitssystem verschärft. Innenminister Jambon will dieses System nun auch auf große Bahnhöfe ausweiten.

Von Karin Bensch, ARD-Studio Brüssel

Der belgische Innenminister Jan Jambon hat angekündigt, das Sicherheitssystem des Brüsseler Flughafens auf große Bahnhöfe und auch auf andere Ort auszuweiten, an denen sich viele Menschen aufhalten. Das berichtet der belgische Fernsehsender RTBF. Unklar ist, ob dies nur für die belgische Hauptstadt Brüssel oder für ganz Belgien gelten soll.

Nach dem Terroranschlag vom 22. März 2016 waren an den Eingängen des Brüsseler Flughafens große Zelte aufgestellt worden, in denen Personen und Gepäck überprüft und durchleuchtet wurden. Mittlerweile befinden sich spezielle Überwachungskameras im Eingangsbereich des Flughafens. Diese sogenannten ANPR-Kameras, kurz für "Automatic number plate recognition", können Autokennzeichen erkennen.

Kameras mit Gesichtserkennung

Darüber hinaus gebe es "intelligente" Kameras, die mit Gesichtserkennung ausgestattet sind. Und spezielle Polizisten, sogenannte BDO - "Behaviour Detection Officers" - sind am Brüsseler Flughafen in Zivil im Einsatz. Ihre Aufgabe ist es, Verdächtige aufgrund ihres Verhaltens zu entdecken und festzunehmen.

Diese Spezial-Polizisten hätten innerhalb eines Monats 30 Personen ausfindig gemacht, die eine Verbindung zum Terrorismus haben oder auf andere Weise eine Gefahr für die innere Sicherheit darstellen, wird der Chef der Brüsseler Flughafenpolizei in der belgischen Zeitung "Le Soir" zitiert.

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Die Sicherheit an großen Bahnhöfen ist in Belgien seit dem Berliner Anschlag wieder ein Thema. Der mutmaßliche Täter Anis Amri war nach dem Anschlag vor allem mit Zügen quer durch Europa gereist. Aus Amsterdam war er so nach Brüssel gekommen und hatte sich am Abend des 21. Dezember 2016 rund zwei Stunden im Brüsseler Nordbahnhof aufgehalten, bevor er weiter nach Frankreich reiste.

Belgischer Innenminister will Flughafen-Sicherheit für große Bahnhöfe
K. Bensch, WDR Brüssel
06.01.2017 00:08 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 03. Januar 2017 um 23:40 Uhr.

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