Theresa May und Donald Tusk | Bildquelle: AP

EU bietet Briten Verbleib an Exit aus dem Brexit?

Stand: 16.01.2018 14:08 Uhr

Charmeoffensive in Richtung London: EU-Ratspräsident Tusk und Kommissionspräsident Juncker haben Großbritannien einen Verbleib in der EU angeboten. Die Herzen seien offen, sagte Tusk. May beeilte sich, zu antworten.

Die EU-Spitzen haben Großbritannien einen Verbleib in der Europäischen Union angeboten. Ohne Sinneswandel werde der Brexit "mit allen negativen Konsequenzen" im März 2019 Realität, sagte EU-Ratspräsident Donald Tusk im Europaparlament in Straßburg. Falls die Briten ihre Meinung aber änderten, seien "unsere Herzen weiter offen" für sie. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker stellte sich hinter Tusks Äußerungen.

Tusk und Juncker bieten Großbritannien Verbleib in EU an
tagesschau 20:00 Uhr, 16.01.2018, Michael Grytz, SWR

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EU-Befürworter werden stärker

Juncker und Tusk signalisieren Großbritanniens Regierungschefin Theresa May, die EU-Tür für eine Rückkehr steht jederzeit offen, weder die EU-Kommission noch die Staats-und Regierungschefs der EU legen London bei einer Rückkehr juristische Hindernisse in den Weg. May ließ bereits über einen Sprecher verkünden, Großbritannien hielte an seinen Brexit-Plänen fest.

Nigel Farage während seiner Pressekonferenz in Straßburg
galerie

EU-Skeptiker Farage sieht die Unterstützung für den Brexit schwinden.

Die Premierministerin steht in Sachen EU-Ausstieg unter großem Druck. Zur Überraschung forderte ausgerechnet Nigel Farage gerade im britischen Privatfernsehen ein zweites Referendum, um die Brexit-Frage ein für alle Mal zu klären. Die EU-Präsidenten Juncker und Tusk wittern also eine Schwäche auf Seiten der Brexit-Befürworter.

Die Schwäche kommt nicht von ungefähr, denn Michel Barnier, der Brexit-Unterhändler der EU-Kommission, ist derjenige, der die Peitsche geschwungen hat. Er machte dem Brexit-Vorkämpfer Farage in der vergangenen Woche in einem Vier-Augen-Gespräch in Brüssel klar, dass es keinen Vorzugsdeal für die Briten geben wird. Nur ein Handelsabkommen nach dem Vorbild des CETA-Freihandelsvertrages mit Kanada. Ein solcher Handelsvertrag umfasst aber keine Finanz- und Versicherungsdienstleistungen. Es fehlt also genau das, was die Dienstleistungsinsel Großbritannien stark macht.

Macron verfolgt eigene Agenda

Kompromissbereiter als Barnier zeigt sich da der zurzeit mächtigste Präsident in der EU, Emmanuel Macron. Am Donnerstag trifft er Premierministerin May. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters will er May bei dem Treffen einen für die Briten vorteilhafteren Brexit-Deal in Aussicht stellen. Voraussetzung: Großbritannien müsste im Gegenzug mehr Flüchtlinge aus dem französischen Calais aufnehmen, vor allem unbegleitete Minderjährige. Und deutlich mehr britische Pfund als bisher für die französisch-britischen Grenzkontrollen bezahlen. Sollte es tatsächlich zu dieser Macron-Offerte an die Briten kommen, muss sich vor allem die EU fragen, ob sie diesen Deal akzeptiert.

Mit Informationen von Ralph Sina, ARD-Studio Brüssel

Exit aus dem Brexit: Strategie von Juncker und Tusk
Ralph Sina, WDR Brüssel
16.01.2018 12:54 Uhr

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Über dieses Thema berichteten am 16. Januar 2018 NDR Info um 11:38 Uhr sowie um 15:20 Uhr, MDR aktuell um 13:17 Uhr und die tagesschau um 16:00 Uhr.

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