Milo Yiannopoulos | Bildquelle: AFP

Pädophilie-Kommentar Yiannopoulos verlässt "Breitbart"

Stand: 22.02.2017 02:43 Uhr

Er galt als Idol der amerikanischen Rechten: Der erzkonservative Blogger und glühende Trump-Fan Milo Yiannopoulos beendet seinen Arbeitsvertrag bei "Breitbart News". Er hatte in einem Interview Kindesmissbrauch relativiert.

Der massiv in die Kritik geratene Blogger Milo Yiannopoulos hat bei dem ultrarechten Portal "Breitbart News" gekündigt. Hintergrund ist ein Interview, das er bereits Anfang 2016 gegeben hatte: Am Sonntag war ein Mitschnitt davon öffentlich geworden, in dem er sich zu Sex zwischen Erwachsenen und Kindern äußert. Er sagt in dem Video, dass sexuelle Beziehungen zwischen 13-jährigen Jungen und älteren Männern "vollkommen einvernehmlich" sein könnten. In einer homosexuellen Welt würden die älteren Männer den Jungen helfen, sich selbst zu finden.

Yiannopoulos verhalf "Breitbart News", dem lange US-Präsident Trumps Berater Steve Bannon vorstand, zu großer Bekanntheit. Er wurde von amerikanischen Konservativen hofiert - trotz seiner rassistischen und frauenfeindlichen Kommentare. Dass der 32-Jährige selbst griechische Wurzeln hat und schwul ist, machte ihn in den Augen seiner Anhänger unangreifbar.

"Das ist allein meine Entscheidung"

"Es wäre nicht richtig, wenn meine falsche Wortwahl die Berichterstattung meiner Kollegen behindert. Also scheide ich heute bei 'Breitbart' mit sofortiger Wirkung aus. Das ist allein meine Entscheidung", sagt der Blogger in einem Statement. "'Breitbart' hat zu mir gestanden, als andere es nicht taten. Sie haben mir erlaubt, konservative und freiheitliche Ideen in die Gemeinschaft zu tragen, die diese sonst nie gehört hätte. 'Breitbart' war ein signifikanter Faktor für meinen Erfolg", so Yiannopoulos weiter.

Nach dem Bekanntwerden seiner Äußerungen zu Pädophilie hatte ihn bereits ein wichtiges Meinungsforum für junge amerikanische Konservative von der Rednerliste gestrichen. Auch der Verlag "Simon & Schuster" kündigte an, ein geplantes Buchprojekt mit ihm nicht länger realisieren zu wollen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 22. Februar 2017 um 18:32 Uhr

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