Belgische Polizisten während einer Razzia. | Bildquelle: dpa

Neuer Anti-Terror-Einsatz in Brüssel Explosionen und Festnahmen bei Polizeirazzien

Stand: 25.03.2016 17:40 Uhr

Bei Polizeirazzien in Brüssel sind drei Menschen festgenommen worden. Sie sollen Kontakt zu einem festgenommenen Islamisten aus Paris haben, der konkrete Anschlagspläne verfolgt haben soll. Unterdessen wurde der zweite Flughafen-Attentäter identifiziert.

Bei einem weiteren Anti-Terror-Einsatz in Brüssel sind drei Verdächtigte festgenommen worden. Das teilte die Staatsanwaltschaft mit. Die Zugriffe erfolgten bei Razzien in den Stadtteilen Schaerbeek, Forest und Saint-Gilles - dabei gab es auch mehrere Explosionen. Ein Verdächtiger habe sich bei dem Einsatz eine "leichte Verletzung am Bein" zugezogen, teilte der Bezirksbürgermeister, Bernard Clerfayt, mit. Die kleineren Explosionen seien auf die Entschärfung von mehreren Bomben zurückzuführen.

Medienberichten zufolge ist der Einsatz inzwischen beendet. Die Nachrichtenagentur Belga hatte zuvor gemeldet, eine Spezialeinheit habe eine Wohnung in Schaerbeek gestürmt.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft stehen die Razzien im Zusammenhang mit der Festnahme eines Islamisten bei Paris vom Vortag. Die drei Festgenommenen sollen Verbindungen zu ihm haben. Der Pariser Beschuldigte soll nach Angaben von Frankreichs Innenminister Bernard Cazeneuve konkrete Anschlagspläne verfolgt haben - diese seien durch den Zugriff durchkreuzt worden. Das Terrorvorhaben sei in einem "fortgeschrittenen Stadium" gewesen, hatte Cazeneuve am Donnerstagabend bekanntgegeben.

Mehrere Terrorverdächtige in Brüssel verhaftet
tagesschau 20:00 Uhr, 25.03.2016, Bettina Scharkus, ARD Brüssel

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In Terrornetzwerk verwickelt

Nach Angaben des Ministers ist der Beschuldigte Franzose. Dieser habe sich in einem Terrornetzwerk bewegt, das in Frankreich zuschlagen wollte. Der Festnahme seien wochenlange intensive Ermittlungen vorausgegangen. Cazeneuve äußerte sich auch zu einem möglichen Zusammenhang zu den Anschlägen von Paris und Brüssel. Darauf gebe es bislang keine greifbaren Hinweise. Wie die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Polizeikreise meldet, ist der Mann im vergangenen Jahr zusammen mit dem mutmaßlichen Drahtzieher der Pariser Attentäter verurteilt worden. Reda K. sei im Juli in Brüssel gemeinsam mit Abdelhamid Abaaoud in Abwesenheit wegen Mitgliedschaft in einer Dschihadisten-Zelle schuldig gesprochen worden. Abaaoud war kurz nach den Pariser Anschlägen im November mit 130 Toten bei einem Polizeieinsatz in Saint-Denis bei Paris getötet worden.

US-Außenminister Kerry und der belgische Premierminister Charles Michel stehen an ihren Rednerpulten vor der Presse. | Bildquelle: dpa
galerie

US-Außenminister Kerry: Anteilnahme und Gespräche in Brüssel.

Mehrere Festnahmen auch in Frankreich

Der Großeinsatz heute in Brüssel war nicht der einzige in den vergangenen 24 Stunden. Bereits am Donnerstagabend gab es mehrere Polizeiaktionen im Brüsseler Stadtteil Schaerbeek - wo nun auch die Explosionen zu hören waren - und im Stadtteil Jette. Dabei wurden sechs Verdächtige festgenommen. Drei von ihnen wurden gefasst, als sie mit einem Auto in unmittelbarer Nähe der Staatsanwaltschaft unterwegs waren.

Zur Identität der sechs Festgenommenen gibt es bislang keine Auskünfte der Behörden. Die Zeitung "De Staandard" meldet aber, unter ihnen befinde sich ein Mann, der von Überwachungskameras am Anschlagstag in der Brüsseler Metro neben dem Selbstmordattentäter Khalid El Bakraoui gefilmt worden sei. Bestätigt ist diese Meldung bislang aber nicht.

Festnahmen von Terrorverdächtigen in Belgien und Frankreich
tagesschau 11:00 Uhr, 25.03.2016, Sonja Keilmann, ARD-aktuell

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Weiterer Attentäter identifiziert

Der mutmaßliche Terrorist Laachraoui | Bildquelle: dpa
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Najim Laachraoui: Er soll der zweite Attentäter vom Pariser Flughafen sein.

Neue Erkenntnisse gibt es auch zu dem Anschlag am Brüsseler Flughafen: Der 24-jährige Najim Laachraoui wurde als zweiter Selbstmordattentäter identifiziert - und ist damit tot. Das teilte die Staatsanwaltschaft in Brüssel mit. Damit bestätigte sie übereinstimmende Berichte belgischer Medien der vergangenen Tage. Zuletzt hatte es Berichte über eine Festnahme Laachraouis gegeben - die dann aber wieder zurückgezogen wurden.

Der Islamist stammte aus dem Brüsseler Stadtteil Schaerbeek, wo auch ein mutmaßlicher Unterschlupf der Attentäter ausgehoben und mehrere Kilo Sprengstoff gefunden wurde. Laachraoui war auf Bildern einer Überwachungskamera links zu sehen.

Der mutmaßliche Terrorist soll auch an der Pariser Terrorserie vom November 2015 mit 130 Toten beteiligt gewesen sein und Verbindungen zum festgenommenen Salah Abdeslam gehabt haben. Nach einem Bericht der Staatsanwaltschaft wurden DNA-Spuren von Laachraoui an den Tatorten in Paris gefunden - dem Stadion Stade de France und dem Musikclub Bataclan. DNA-Spuren wurden außerdem an einem Sprengstoffgürtel entdeckt, in einem Mietshaus in Auvelais sowie in einer Wohnung in Schaerbeek, die von den Terroristen gemietet worden war.

Die Identität der Brüsseler Terror-Opfer

Bei der Terrorserie in Brüssel kamen mindestens 31 Menschen ums Leben. Inzwischen steht die Identität von einigen fest. Unter den Toten ist nach Angaben der Polizei eine Deutsche - sie stammt aus Aachen. Britische Behörden teilten mit, ein in Brüssel lebender britischer Computerprogrammierer sei unter den Todesopfern. Die Niederlande meldeten den Tod von drei Landsleuten: eine Frau aus Deventer und ein Geschwisterpaar, das in New York lebte. Zwei US-Bürger wurden getötet. Aus China stammt ein Opfer, ebenso eines aus Frankreich. Auch eine Peruanerin gehört zu den Todesopfern.

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