Trauer in Barcelona | Bildquelle: dpa

Trauer in Barcelona "Wir haben keine Angst"

Stand: 18.08.2017 19:34 Uhr

Am Morgen nach den Anschlägen sah es in Barcelona noch so aus, als würde die Stadt in eine Art Schockstarre fallen: Es waren kaum Menschen auf den Straßen unterwegs. Doch der Tag hat gezeigt: Bewohner und Touristen trotzen dem Terror.

Von Oliver Neuroth, ARD-Studio Madrid

Punkt zwölf Uhr auf der Placa de Catalunya, einem der zentralen Plätze Barcelonas: Es gibt kein Durchkommen mehr, Tausende Menschen bleiben plötzlich stehen, halten inne und gedenken der Toten und Verletzten des Attentats von gestern - zusammen mit Spaniens Ministerpräsident Rajoy und König Felipe.

Spanische Ermittler vermuten organisierte Zellle von Islamisten hinter den Anschlägen
tagesthemen 21:55 Uhr, 18.08.2017

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Spontaner Trauermarsch

Anschließend: Spontaner Applaus der Menge - als Würdigung der Opfer. Mittendrin steht auch Iván: "Es ist ein Gefühl von Ohnmacht, Unbehagen", beschreibt er seine Stimmung. Es sei schrecklich, was passiert sei. "Aber wir müssen den Tag heute normal leben, die gleichen Dinge tun wie immer und nach vorne blicken."

Iván gehört auch zu den mehreren hundert Menschen, die sich kurzentschossen zusammentun und gemeinsam die Flaniermeile Las Ramblas entlang gehen - der Ort, an dem das Attentat passierte. Die Leute rufen den katalanischen Satz "No tenim por" - "wir haben keine Angst".

Es geht vorbei am Tourismusbüro der Stadt, an dem die katalanische Flagge auf Halbmast weht. Und an dem Punkt, an dem der Kleintransporter gestern zum Stehen kam. Dort liegen nun weiße und rote Rosen, Kerzen und Zettel mit Nachrichten von Menschen aus aller Welt. Dazu eine Europaflagge.

Touristen bleiben trotz Attentat

Vanischa Pfuhz aus Frankfurt in Barcelona
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Vanischa Pfuhz ist geschockt von dem Anschlag, reist aber nicht ab.

Hierher ist auch Vanischa Pfuhz aus Frankfurt gekommen. Die Urlauberin hatte das Attentat hautnah miterlebt. "Wir standen in der Nähe eines Kaufhauses und auf einmal gab es einen lauten Knall, quietschende Reifen." Im ersten Moment habe man gedacht, es handle sich um einen Unfall. "Dann drehte ich mich um und sah diesen weißen Transporter, der danach Gas gegeben hat und in diese Menschenmenge reingefahren ist." Sie habe einen Mann gesehen, der durch die Luft flog, "es war einfach furchtbar und ganz schlimm".

Der Schock sitzt tief bei Vanischa. Trotzdem wollen sie und ihre Freundin den Barcelona-Urlaub nicht abbrechen. "Wir hatten noch ein paar Sachen geplant, die wir jetzt bewusst abgesagt oder bei denen wir uns dagegen entschieden haben", legt sie ihre Überlegungen dar. "Wir werden in der Nähe des Hotels bleiben und uns hier noch ein paar restliche schöne Tage machen."

"Es kann überall etwas passieren"

So sieht es auch ein Paar aus dem Schwarzwald. Die beiden sind Kreuzfahrt-Touristen, ihr Schiff macht gerade ein Stopp in Barcelona. Sie hatten lange überlegt, ob sie überhaupt in die Stadt gehen. "Aber so macht es jetzt eigentlich einen ganz normalen Eindruck", finden die beiden. "Es kann überall etwas passieren und verstecken braucht man sich deshalb nicht."

Ramblas am Tag nach dem Anschlag
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Am Tag nach dem Anschlag sind wieder Menschen auf den Ramblas unterwegs.

Kerzen und Blumen auf den Ramblas in Barcelona
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An einigen Stellen legen sie Kerzen und Blumen nieder.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 18. August 2017 um 20:00 Uhr.

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