Kerzen und Blumen in Barcelona | Bildquelle: AP

Anschläge in Spanien "Ich will nicht mehr seine Mutter sein"

Stand: 20.08.2017 10:05 Uhr

Noch immer fahnden die Ermittler nach einer Spur zum Hauptverdächtigen des Anschlags in Barcelona. Nun meldete sich die Mutter des Marokkaners zu Wort: Er solle sich stellen, der Islam stifte nicht zu solchen Taten an. In Barcelona wurde mit einem Gottesdienst der Opfer gedacht.

Von Oliver Neuroth, ARD-Studio Madrid

Der Samstagabend in der Altstadt von Barcelona: Urlauber und Einheimische schlendern durch die Gassen, vor allem junge Leute. Sie lachen, haben Spaß. Dieser Abend wirkt fast wie ein ganz gewöhnlicher im August.

"Wie mutig und tapfer sie sind"

Wäre da nicht ein paar Meter weiter der riesige provisorische Altar: Auf dem berühmten Miró-Mosaik an den Ramblas liegen Tausende Blumen, Kerzen und Kuscheltiere. Auch Purificación hat Kerzen mitgebracht und stellt sie dazu: "Wir kondolieren damit den Angehörigen der Opfer dieses fürchterlichen Attentats. Wir als Katalanen verurteilen diesen abscheulichen Angriff auf das Schärfste."

Terror-Ermittlungen in Spanien gehen weiter
tagesschau 17:15, 20.08.2017, Jan-Peter Bartels, ARD Madrid

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Heriberto schließt sich Purificación an. Er kommt aus Venezuela und lebt zurzeit in Barcelona, wie er erzählt. Er hat an diesem Abend ebenfalls eine Kerze mitgebracht: "Ich möchte den Katalanen meine Verbundenheit zeigen. Dieser Anschlag hat uns alle tief getroffen, mitten ins Herz. Mich beeindrucken die Katalanen, wie mutig und wie tapfer sie sind."

Mutter des Hauptverdächtigen meldet sich

Ein paar Stunden zuvor: Hunderte Muslime ziehen über die Ramblas und rufen: "Nicht in unserem Namen, wir sind Muslime, keine Terroristen!" Die Demonstranten grenzen sich klar ab vom Islamismus, von den Attentätern.

Genau das tut nun auch die Mutter des mutmaßlichen Hauptverdächtigen, des 22-jährigen Marokkaners, der den Lieferwagen in die Menschenmenge in Barcelona steuerte. 13 Menschen wurden dabei getötet, mehr als 100 verletzt.

Die Frau ruft ihren Sohn dazu auf, sich zu stellen: "Die Polizei soll ihn festnehmen und ins Gefängnis stecken. Ich will nicht mehr seine Mutter sein. Der Islam sagt nicht, dass man solche Attentate begehen soll - überhaupt nicht, nicht unsere Religion. Sie steht für Frieden und für Liebe."

Gedenken auf den Ramblas in Barcelona | Bildquelle: AP
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Gedenken auf den Ramblas in Barcelona

Ermitteln, bis alle gefunden sind

Die Suche nach dem mutmaßlichen Attentäter läuft auf Hochtouren. Spanische Medien berichten, dass der Mann möglicherweise nach Frankreich geflüchtet ist. Auch die Polizei dort fahndet nach ihm. Die spanischen Ermittler wollen außerdem zwei weitere mutmaßliche Mitglieder der Terrorzelle finden, die hinter dem Anschlag von Barcelona und dem vereitelten Attentat von Cambrils stecken soll.

Auch sie sind abgetaucht, sagt der katalanische Innenminister Joaquin Forn: "Die Ermittlungen, die die katalanische Polizei leitet, sind noch nicht abgeschlossen. So lange nicht, bis wir alle Mitglieder der Terrorzelle gefunden und festgenommen haben."

Barcelona: Einheimische kondolieren, Muslime demonstrieren
Oliver Neuroth, ARD Madrid
20.08.2017 08:08 Uhr

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In Barcelona soll auch der heutige Sonntag im Zeichen des Gedenkens an die Opfer des Anschlages stehen. Am Vormittag ist ein Trauergottesdienst in der Kirche Sagrada Familia geplant. Das spanische Königspaar hat sich angekündigt, ebenso Ministerpräsident Mariano Rajoy.

Spekulationen über Imam

Bei den Ermittlungen nach dem Terroranschlag in Barcelona ist nach Medienberichten auch ein Imam in den Fokus der Ermittler geraten. Der Mann predigte bis Juni in der Moschee der Ortschaft Ripoll und könnte demnach für die Radikalisierung der Gruppe verantwortlich sein. Abdelbaki E. soll auch Kontakte zu den Verantwortlichen der Zuganschläge 2004 in Madrid gehabt haben. Ob der Geistliche überhaupt noch am Leben ist, ist aber unklar. Möglicherweise kam er auch bei der Explosion eines Hauses in Alcanar ums Leben, wo die Gruppe möglicherweise Sprengstoff lagerte, um ein größeres Attentat vorzubereiten.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 19. August 2017 um 23:25 Uhr.

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