Anschlagsszene in Bagdad | Bildquelle: dpa

Viele Tote in Schiitenviertel IS verübt schweren Anschlag in Bagdad

Stand: 28.02.2016 19:23 Uhr

Bei zwei schweren Selbstmordanschlägen in einem Schiitenviertel der irakischen Hauptstadt Bagdad sind zahlreiche Menschen getötet worden. Zwei Attentäter zündeten Sprengstoffgürtel auf einem belebten Markt. Der IS bekannte sich zu den Taten.

Bei Bombenanschlägen sind in einem Schiitenviertel in Bagdad mindestens 24 Menschen getötet und 64 verletzt worden. Die Terromiliz "Islamischer Staat" (IS) bekannte sich im Internet zu den Taten.

Wie Sicherheitsbeamte und Einsatzkräfte mitteilten, ereigneten sich zwei Explosionen auf einem Markt in Sadr City, einem Viertel im Norden der irakischen Hauptstadt. Sie seien von zwei Selbstmordattentätern verübt worden, die Sprengstoffgürtel gezündet hätten.

Im Jahr 2014 hatte der IS große Gebiete nördlich und westlich von Bagdad eingenommen. Der IS betrachtet Schiiten, die im Irak in der Mehrheit sind, als Ungläubige und verüben immer wieder gezielt Anschläge auf Schiiten.

Zudem startete der IS nach Angaben von Sicherheitsbeamten einen Angriff auf eine Armeestellung in der Gegend von Abu Ghraib im Westen von Bagdad und eroberte sie zwischenzeitlich. Nach dem Eintreffen von Verstärkung hätten die Regierungstruppen die Stellung aber zurückerobert.

Iraks Ministerpräsident Haider al-Abadi hatte vor kurzem angekündigt, den IS in diesem Jahr aus dem Irak vertreiben zu wollen. Vor einigen Wochen hatten die Streitkräfte die bereits im Dezember zu weiten Teilen zurückeroberte Provinzhauptstadt Ramadi für vollständig befreit erklärt. Es wird nun mit einem Angriff auf die inoffizielle IS-Hauptstadt Mossul gerechnet.

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