Polizisten vor einem Haus in Meadow Heights bei Melbourne (Australien) | Bildquelle: REUTERS

Sieben Festnahmen Polizei verhindert Terroranschlag in Melbourne

Stand: 23.12.2016 08:32 Uhr

Die Polizei in Australien hat womöglich einen islamistischen Terroranschlag verhindert. In Melbourne nahm sie sieben Verdächtige fest. Sie sollen Attentate an Weihnachten geplant haben. Auch Malaysia, Indonesien und Singapur befürchten Anschläge.

Die Polizei in Australien hat nach eigener Darstellung einen drohenden Anschlag am Weihnachtstag in Melbourne verhindert. Bei einem Großeinsatz von rund 400 schwer bewaffneten Polizisten seien sieben Verdächtige festgenommen worden, teilten die Behörden mit. Es handele sich um sechs Männer und eine Frau - alle in den Zwanzigern.

Vom IS inspiriert

Polizeisprecher Graham Ashton sagte, die Festgenommenen hätten vermutlich an Weihnachten mit Sprengstoff, Messern und Gewehren an mehreren Orten in Melbourne zuschlagen wollen, unter anderem auf den Bahnhof Flinders Street und der Paulus-Kathedrale. Dabei sollte auch Sprengstoff eingesetzt werden. "Wenn uns dies durchgerutscht wäre, wäre es sicherlich ein folgenschwerer Anschlag geworden."

Vier der Festgenommenen seien in Australien geboren und aufgewachsen. Sie hätten sich selbst radikalisiert und seien durch die Propaganda des sogenannten "Islamischen Staates" (IS) zu ihren Plänen inspiriert worden. Zwei der Festgenommen seien bereits wieder auf freiem Fuß, mindestens vier müssten sich aber am Freitag vor Gericht verantworten.

Polizisten vor einem Gerichtsgebäude | Bildquelle: dpa
galerie

Polizisten vor einem Gerichtsgebäude in Melbourne.

Polizisten vor einem Gerichtsgebäude | Bildquelle: dpa
galerie

Nach den vereitelten Anschlagsplänen sind die Behörden in Bereitschaft.

Regierungschef: "Dürfen uns nicht einschüchtern lassen"

Regierungschef Malcolm Turnbull sprach von einem "sehr schwerwiegenden" Anschlag zu Weihnachten, den die Polizei vereitelt habe. "Diese Terroristen wollten es (Weihnachten) zerstören. Sie wurden gestoppt." Und weiter: "Islamistischer Terrorismus ist eine globale Herausforderung, die uns alle betrifft. Aber wir dürfen uns nicht von Terroristen einschüchtern lassen."

Die Verdächtigen seien bereits seit einiger Zeit beobachtet worden, erklärte Polizeichef Ashton. Daniel Andrews, Regierungschef des Bundesstaates Victoria, kündigte zusätzlichen Polizeischutz für Melbourne für die Feiertage an. "Was hier geplant wurde, war nicht ein Akt des Glaubens oder des religiösen Bekenntnisses, sondern es war in seiner Planung eine Tat des Bösen, eine kriminelle Tat."

Erhöhte Alarmbereitschaft auch in anderen Ländern

Auch in Malaysia, Indonesien oder Singapur ist die Alarmbereitschaft gestiegen. Malaysia meldet Festnahmen von vermeintlichen Terroristen, in Indonesiens Hauptstadt Jakarta wurden drei islamistische Terrorverdächtige erschossen und einer festgenommen. Sie sollen ebenfalls Anschläge zu Weihnachten und Silvester geplant haben.

Offenbar Anschläge in Australien vereitelt
tagesschau 9:00 Uhr, 23.12.2016

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Joko Widodo, der Präsident des Landes mit der größten muslimischen Bevölkerung der Welt, beschwört seine Landsleute: "Wir hoffen, dass die Öffentlichkeit dieses Land wehrhaft machen kann, gegen einen Terrorismus und Radikalismus, wie wir ihn in anderen Ländern sehen. "Die Polizei hält besonders den Präsidentenpalast in Jakarta und die Urlaubsinsel Bali für potentielle Anschlagsziele.

Mit Informationen von Lena Bodewein, ARD-Studio Singapur

Terrorpläne in Australien vereitelt
L. Bodewein, ARD Singapur
23.12.2016 08:25 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete das nachtmagazin am 22. Dezember 2016 um 01:00 Uhr.

Darstellung: