Touristen in Istanbul | Bildquelle: picture alliance / All Canada Ph

Nach Terroranschlägen Deutlich weniger Touristen besuchen Türkei

Stand: 29.03.2016 14:19 Uhr

Die Anschläge in der Türkei vom Jahresanfang haben dem Tourismus des Landes deutlich geschadet. Die Zahl der Besucher aus dem Ausland ging im Vergleich zum Vorjahr um zehn Prozent zurück. So stark wie seit zehn Jahren nicht mehr.

Nach den Terror-Anschlägen zu Beginn des Jahres sind im Februar deutlich weniger Touristen aus dem Ausland die Türkei gereist. Die Zahl der Besucher ging im Vergleich zum Vorjahr um zehn Prozent auf 1,24 Millionen zurück. Das geht aus Daten der Regierung hervor. Im Januar wurden bei einem Selbstmordanschlag in Istanbul zwölf deutsche Touristen getötet.

Es war der größte Einbruch der Besucherzahlen seit zehn Jahren. Volkswirtschaftler gehen davon aus, dass der Umsatz im Tourismus, einem der größten Wirtschaftszweige des Landes, dieses Jahr um ein Viertel zurückgeht. Damit entgehen dem Land Einnahmen in Höhe von umgerechnet rund sieben Milliarden Euro.

Israel verschärfte Reisewarnung

Nach den Attentaten vom März wird der Besucherrückgang vorraussichtlich weitergehen. So verschärfte Israel am Montag seine Reisewarnung wegen erhöhter Terrorgefahr und forderte die Landsleute auf, die Türkei so rasch wie möglich zu verlassen.

Mitte März waren bei einem Selbstmordanschlag in einer beliebten Einkaufsstraße in Istanbul vier Menschen getötet worden, zwei von ihnen mit israelischen Pässen. Nur eine knappe Woche zuvor hatte es einen Anschlag in der Hauptstadt Ankara mit 37 Toten gegeben, zu dem sich eine Splittergruppe der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK bekannte.

Auch weniger russische Touristen

Besonders deutlich war im Februar auch der Rückgang der Zahl russischer Touristen. Hier haben sich die Zahlen halbiert. Grund ist vor allem der Streit über den Abschuss eines russischen Kampfjets im vergangenen Jahr im türkisch-syrischen Grenzgebiet. Russland hatte wenige Wochen vor dem Abschuss begonnen, Luftangriffe in Syrien zu fliegen, um nach eigenen Angaben gegen Stellungen der Terrormiliz "Islamischen Staat" vorzugehen. Das türkische Militär schoss das russische Flugzeug ab, weil es den türkischen Luftraum verletzt sah. Seit dem Zwischenfall sind die Beziehungen zwischen beiden Ländern angespannt.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 26. März 2016 um 07:44 Uhr

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