Eine Frau macht ein Selfie | Bildquelle: AFP

Amazon stellt Patentantrag Bezahlen mit Selfie-Video?

Stand: 16.03.2016 12:52 Uhr

Einmal in die Kamera gezwinkert - und der Auftrag ist abgeschickt. Amazon testet das Bezahlen per Selfie-Video und hat ein Patent angemeldet. Ob die App aber zum Einsatz kommt ist fraglich. Datenschützer dürften mitreden wollen.

Von Wolfgang Stuflesser, SWR

Nur noch mal schnell den Kopf drehen und in die Smartphone-Kamera lachen - und schon ist die Bestellung auf den Weg gebracht. So ungefähr könnte es laufen, wenn Amazon mit der Technik Erfolg hat. Allerdings geht es im Moment nur um einen Patentantrag, das heißt, Amazon will sich erst mal die Rechte am Bezahlen per Selfie sichern.

Ein Foto reicht nicht

Dass der Nutzer als Ersatz fürs Passwort sein Gesicht in die Kamera halten kann, gibt es natürlich schon länger, unter anderem bei Microsoft Windows. Auch Mastercard arbeitet an einer Technik zum Bezahlen per Gesicht.

Amazon geht aber noch weiter: Die App soll den Nutzer auffordern, zu lachen, zu zwinkern oder den Kopf zu neigen und davon ein Selfie-Video aufnehmen. Das Video bildet dann Gesicht und Kopf des Nutzers dreidimensional ab - ein Foto reicht also nicht, um die Software auszutricksen, heißt es im Patentantrag. Und ein dreidimensionales, sich bewegendes Gesicht zu fälschen, das dürfte extrem aufwendig und schwierig sein. Amazon glaubt, die Technik könne sogar zuverlässiger gegen Missbrauch schützen als ein normales Passwort.

Kommt Amazon an den Datenschützern vorbei?

Noch scheint Amazon das Bezahlen per Selfie-Video zu entwickeln und zu testen - es kann also eine Weile dauern, bis das Ganze tatsächlich in Amazons Smartphone-Apps zum Einsatz kommt - wenn überhaupt. Datenschützer dürften auch noch ein Wörtchen mitreden wollen - schließlich müsste Amazon, damit die Technik funktioniert, eine Menge biometrischer Daten der Kunden sammeln und speichern.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 16. März 2016 um 13:33 Uhr

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