Angriffe in Aleppo | Bildquelle: AFP

Kampf um Aleppo Keine Rücksicht auf Zivilisten

Stand: 29.11.2016 19:57 Uhr

Die Truppen von Machthaber Assad sind in Aleppo auf dem Vormarsch. Die syrischen Rebellen verlieren seit Tagen an Boden, und am schlimmsten trifft es die Zivilbevölkerung: Tausende sind auf der Flucht, die UN warnen vor einer Katastrophe.

Von Anna Osius, ARD-Studio Kairo

Durch die heftigen Kämpfe in Ost-Aleppo sind nach Angaben der Vereinten Nationen bis zu 16.000 Menschen auf der Flucht. Der UN-Nothilfekoordinator Stephen O'Brien erklärte, man rechne mit Tausenden weiteren Flüchtlingen, sollten die Gefechte weitergehen. In den von Regierungsgegnern gehaltenen Stadtvierteln gebe es faktisch keine Lebensmittelversorgung mehr.

Eine junge Mutter die gerade aus Ost-Aleppo geflohen ist berichtet: "Wir haben überlebt, indem wir kleine Stückchen Brot gegessen haben. Wir hatten nichts mehr." Ein anderer Flüchtling berichtet, dass die Preise für Lebensmittel geradezu explodiert seien. Ein Brot koste inzwischen 100 syrische Pfund - alles sei teuer und rationiert gewesen.

Die Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" erklärte, 250.000 Menschen in Ost-Aleppo seien außerdem von jeder Gesundheitsversorgung abgeschnitten. Nach mindestens 35 gezählten Angriffen auf Krankenhäuser seien nun alle Kliniken außer Betrieb.

Kampf um Aleppo
morgenmagazin, Stefan Maier, ARD Kairo

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Zehntausende Menschen "befreit"

Die Kämpfe gehen unterdessen weiter. Russland vermeldete, die syrischen Regierungstruppen hätten mittlerweile die Hälfte des Ostteils von Aleppo unter ihre Kontrolle gebracht. Bis zu 80.000 Menschen seien "befreit" worden.

Die Rebellen erklärten, sie wollten trotz der Gebietsverluste nicht aufgeben: Der Kampf gehe weiter, so ein Berater der Freien Syrischen Armee in einem Interview. Der Vormarsch der Regierungseinheiten läge am militärischen Ungleichgewicht. Die bewaffneten Oppositionellen hätten nur leichte Waffen und müssten sich jetzt nicht nur gegen die Truppen von Machthaber Assad, sondern auch gegen Russland und den Iran zur Wehr setzen. Die Welt betreibe eine niederträchtige Politik, so der Sprecher.

Bundesregierung kritisiert Russland und Iran

Auch die deutsche Bundesregierung hat Position bezogen. Sie forderte Syrien und Russland in einem Statement auf, die Kämpfe einzustellen. Eine humanitäre Waffenruhe sei nötig, um das Leid der Menschen zu lindern. Diese "Tragödie müsse ein Ende haben", so die Bundesregierung. Und weiter: "Dafür tragen das Regime und seine Unterstützer, allen voran Russland und Iran, die größte Verantwortung."

Außenminister Steinmeier betonte, ein Sieg in Aleppo entscheide nicht über den Syrien-Krieg. Der Konflikt in Syrien sei noch lange nicht zu Ende.

Frankreich beantragte eine Sondersitzung des Weltsicherheitsrats. Gemeinsam mit Spanien, Ägypten und Neuseeland unterstützt die Regierung eine Resolution über eine zehntägige Feuerpause in Aleppo, um humanitäre Hilfe zu ermöglichen.

Aktuelle Lage in Aleppo
A. Osius, ARD Kairo
29.11.2016 13:02 Uhr

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Über dieses Thema berichteten Inforadio am 29. November 2016 um 12:02 Uhr und die tagesschau u.a. um 14:00 Uhr.

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