Trümmer in den östlichen Vierteln von Aleppo | Bildquelle: dpa

Kampf um Aleppo Ziehen die Rebellen heute ab?

Stand: 15.12.2016 10:53 Uhr

Zehntausende Menschen verharren in den Vierteln von Aleppo, die noch von Rebellen gehalten werden. Nun ist laut UN-Nothilfekoordinator Egeland ihre Evakuierung auf den Weg gebracht worden. Auch die Rebellen könnten abziehen.

Neue Hoffnung für die Menschen in den Rebellengebieten der nordsyrischen Stadt Aleppo: Der Abzug von Zivilisten und Verletzten ist vorbereitet worden, sagte der UN-Nothilfekoordinator für Syrien, Jan Egeland. Dabei sei es allerdings zu ersten Zwischenfällen gekommen. So sollen regierungsfreundliche Kräfte auf Krankenwagen geschossen haben, die den Ostteil verlassen wollten, berichten Aktivisten. Dabei seien mindestens drei Menschen verletzt worden, teilten syrische Aktivisten mit. Unklar ist noch, ob sich in den Wagen Rebellen oder Zivilisten befanden.

Die auf Seiten der Regierung von Baschar al-Assad kämpfende Hisbollah-Miliz bestätigte in ihren Medien den zuvor von den Aufständischen verkündeten Waffenstillstand. Der Abzug der Rebellen aus Aleppo solle "in den kommenden Stunden" beginnen, hieß es. Sprecher mehrerer Rebellenmilizen hatten am Mittwochabend eine neue Waffenruhe für den Morgen angekündigt.

Das russische Militär hat Busse und Krankenwagen im Osten der Stadt bereitgestellt. Mit ihnen sollen Rebellen in das von Aufständischen kontrollierte Idlib gebracht werden. Die syrischen Behörden hätten Sicherheitsgarantien für alle Rebellen gegeben, die Aleppo verlassen wollten, hieß es weiter.

Auch die Syrische Beobachterstelle für Menschenrechte berichtet von ersten Krankentransporten vom Osten Aleppos in Richtung Westen. Rotes Kreuz und Roter Halbmond seien mit 100 Freiwilligen beteiligt, heißt es.

Lage angeblich etwas ruhiger

In der Nacht hat sich die Lage offenbar beruhigt: Einwohner aus dem von Rebellen kontrollierten kleinen Gebiet im Osten Aleppos berichteten, die Intensität der Luftangriffe und des Beschusses habe abgenommen. Auch in den von der Regierung kontrollierten Teilen sei es ruhig, hieß es aus Regierungskreisen.

Ein am Dienstag ausgehandeltes Abkommen über den Abzug von Kämpfern und Zivilisten aus Aleppos Rebellengebieten war am Mittwoch zunächst nicht umgesetzt worden. Russland als Unterstützer der Regierung von Präsident Baschar al-Assad beschuldigte die Regimegegner, sich nicht an die Einigung gehalten und die Waffenruhe gebrochen zu haben.

Die mit Assad verbündete schiitische Hisbollah warnte jedoch, es könne bei der Umsetzung des Evakuierungsabkommens zu ernsthaften Komplikationen kommen. Die Miliz verwies darauf, dass in dem Abkommen nicht zwei schiitische Dörfer aufgenommen worden seien, die von der bewaffneten Opposition belagert würden. Das habe aber die Regierung gefordert.

Russlands Außenminister Sergej Lawrow hatte am Mittwoch gesagt, er hoffe, dass sich die Lage in Ost-Aleppo in zwei bis drei Tagen endgültig entspannen werde. In einem Telefonat mit seinem US-Kollegen John Kerry bekräftigte er, dass die syrische Regierung zum freien Abzug der Rebellen aus Ost-Aleppo bereit sei, wie das Außenamt in Moskau am Mittwochabend mitteilte.

Mangel an Trinkwasser und Nahrung

Regierungstruppen haben seit Beginn einer Offensive den größten Teil der von oppositionellen Milizen kontrollierten Gebiete Aleppos eingenommen. In den verbliebenen Vierteln der Rebellen halten sich noch Zehntausende Zivilisten auf. Wegen der monatelangen Blockade herrscht dort akuter Mangel an Trinkwasser, Nahrung und medizinischer Versorgung.

Abzug von Zivilisten und Rebellen begonnen
Tagesschau 12:00 Uhr, 15.12.2016, Esther Saoub, SWR

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Assad will auch nach einer Eroberung Aleppos weiter kämpfen lassen. Er sagte dem russischen Staatsfernsehen: "Von einer Feuerpause kann keine Rede sein." Mit Milde könnten nur "Terroristen" rechnen, die sich ergeben oder den Kampfort verlassen. Die Kämpfe gingen weiter, bis "das ganze Land von Terroristen gesäubert" sei.

Über dieses Thema berichtete das Nachtmagazin am 14. Dezember 2016 um 00:15 Uhr.

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