Irans Ex-Präsident Ahmadinedschad | Bildquelle: dpa

Irans Ex-Präsident Kein Comeback für Ahmadinedschad

Stand: 21.04.2017 04:06 Uhr

Gegen den Willen des Ayatollahs wollte Ex-Präsident Ahmadinedschad zurück an die Macht. Doch der Wächterrat ließ den fundamental-islamischen Politiker nicht zur Wahl im Iran zu. Sechs Kandidaten dürfen am 19. Mai antreten - auch der Amtsinhaber.

Der frühere iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad darf bei der Wahl im Mai nicht wieder für das Amt des Staatschefs kandidieren. Der sogenannte Wächterrat, der alle Bewerber prüft, ließ den fundamental-islamischen Politiker nicht zur Wahl zu. Das meldete das Staatsfernsehen unter Berufung auf das Innenministerium. Das Gremium nannte selbst aber keine Namen.

Ahmadinedschad hatte sich als Kandidat registrieren lassen und sich damit gegen den Wunsch des politischen und geistlichen Oberhaupts, Ayatollah Ali Chamenei, gestellt. Dieser warnte im Herbst, eine Kandidatur des früheren Präsidenten könne das Land spalten. Ahmadinedschad sorgte in seiner achtjährigen Amtszeit vor allem mit israelfeindlichen Reden für Aufsehen und fuhr einen anti-westlichen Kurs. Nach der Registrierungsphase für die Wahl werden die Bewerber vom islamischen Wächterrat auf ihre politische und religiöse Qualifikation geprüft.

Sechs Kandidaten zugelassen

Zugelassen sind laut Staatsfernsehen sechs Kandidaten: Zur Wahl am 19. Mai antreten dürfen demnach der als gemäßigt geltende Amtsinhaber Hassan Rouhani, der erzkonservative Geistliche Ebrahim Raisi, der konservative Bürgermeister Teherans Mohammed Bagher Ghalibaf, Vizepräsident Eshagh Dschahangiri, der gemäßigte Mostafa Hashemitaba und der Hardliner Mostafa Mirsalim.

Den Konservativen ist klar, dass sie ohne einen gemeinsamen Kandidaten kaum eine Chance gegen Rouhani hätten. Als wahrscheinlicher Spitzenkandidat gilt der Geistliche Raisi, der die einflussreiche Stiftung des Heiligtums des Imams Resa in Maschhad leitet.

Rouhani hat Chancen auf Wiederwahl

Rouhani will für den Fall seiner Wiederwahl das Atomabkommen von 2015 nicht antasten. Seine Gegenkandidaten werfen ihm und den Reformern vor, mit dem Abkommen die angestrebten wirtschaftlichen Ziele nicht erreicht zu haben. Konservative und Hardliner wie Ahmadinedschad treten deshalb dafür ein, den Deal zu revidieren oder auszusetzen.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 21. April 2017 um 06:25 Uhr

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