Bundeswehr in Afghanistan | Bildquelle: dpa

Angespannte Sicherheitslage Bundeswehr verlängert in Afghanistan

Stand: 16.10.2015 15:23 Uhr

Aus dem schnellen Afghanistan-Abzug der Bundeswehr wird nichts. Nachdem die USA ihren Einsatz verlängern, werden nun wohl auch deutsche Truppen in dem Land bleiben. Frühestens 2017 gehe der Einsatz zu Ende, kündigte das Außenministerium an.

Von René Möller, RB, ARD-Hauptstadtstudio

Die Bundeswehr muss sich auf einen längeren Einsatz in Afghanistan einstellen: Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier begrüßt die Entscheidung von US-Präsident Barack Obama, den Truppenabzug vorerst zu stoppen. Steinmeiers Sprecher Martin Schäfer sagte, dass die Sicherheitslage in Afghanistan dies erforderlich mache.

Seiner Auffassung nach wird sich auch die Bundeswehr dem nicht entziehen können: "Es galt immer in Afghanistan das Prinzip: gemeinsam rein - gemeinsam raus. Und nur so macht das auch Sinn."

Abzug frühestens 2017

Ursprünglich war eine deutliche Truppenreduzierung für nächstes Jahr geplant. Jetzt wird das vor 2017 wohl nichts: "Das 'Gemeinsam raus' wird jedenfalls weder 2015 noch 2016, sondern irgendwann jenseits von 2016 erfolgen können. Und zwar hoffentlich erst dann, wenn die afghanischen Sicherheitskräfte vollends in der Lage sind, die Sicherheit des Landes in die eigenen Hände zu nehmen", sagte Schäfer.

Obamas Entscheidung, den Abzug aus Afghanistan zu stoppen, setze Deutschland in die Lage, selber konkret zu planen, so Schäfer. "Wie viele Soldaten damit verbunden sind, ist eine Frage, die jetzt mit den Partnern besprochen werden muss. Weil es darum geht, ein schlüssiges, verantwortbares Gesamtkonzept der militärischen Unterstützung durch die internationale Gemeinschaft für Afghanistan auf die Beine zu stellen." Die Bundesregierung werde den Bundestag selbstverständlich um eine Verlängerung des Mandats bitten, so Schäfer.

Rainer Arnold, SPD, befürwortet längeren Bundeswehreinsatz in Afghanistan
tagesschau24 11:15 Uhr, 16.10.2015

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Derzeit etwa 890 Soldaten in Afghanistan

Offenbar ist auch die SPD bereit, einer Verlängerung des Afghanistan-Mandats zuzustimmen. SPD-Verteidigungspolitiker Rainer Arnold sagte jüngst: "Die Sicherheitslage in Afghanistan wird sich in den nächsten Wochen nicht so verbessern, dass man ruhigen Gewissens Masar-i-Scharif verlassen kann. Ich habe die Bitte, dass die Kanzlerin die Obama-Administration auch drauf hinweist, dass wir bereit wären, nochmal ein Jahr anzuhängen."

Derzeit ist die NATO noch mit 13.000 Soldaten in Afghanistan - davon 890 aus Deutschland. Das bestätigte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Boris Nannt: "Wir haben die Mandatsobergrenze von 850 und wir sind derzeit etwas weiter durch Kontingentwechsel. Aber wir sind auch durch den Rückbau bei etwa 890 Soldaten." Die meisten von ihnen sind in Masar-i-Scharif stationiert, ein weiteres Kontingent befindet sich in Kabul.

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