Polizisten vor der Egypt-Air-Maschine | Bildquelle: AFP

Geiseln der EgyptAir-Maschine bleiben unverletzt Flugzeugentführer in Zypern gibt auf

Stand: 29.03.2016 17:03 Uhr

Nach stundenlangen Verhandlungen ist die Entführung eines ägyptischen Flugzeugs unblutig beendet worden. Der Täter verließ mit erhobenen Händen den Jet und wurde festgenommen. Seine genauen Motive sind unklar, zuletzt hatte er politische Forderungen gestellt.

Die Flugzeugentführung auf Zypern ist ohne Blutvergießen beendet worden. Der Entführer gab auf und verließ mit erhobenen Händen das Flugzeug. Er wurde festgenommen. "Es ist vorbei", twitterte das zyprische Außenministerium.

Cyprus MFA @CyprusMFA
Its over. The #hijacker arrested. #LarnacaAirport # Egyptair

Kurz zuvor hatten die letzten sieben Geiseln den Airbus der EgyptAir auf dem Flughafen der zyprischen Hafenstadt Larnaka verlassen können. Eine Person - vermutlich der Kapitän oder der Co-Pilot - kletterte aus dem Cockpitfenster.

Professor falsch beschuldigt

Die Motive für die Flugzeugentführung sind noch unklar. Es gibt Spekulationen über private Motive, weil eine Ex-Frau des Ägypters auf Zypern lebt. Er soll von der Polizei gefordert haben, einen Brief an seine zyprische Ex-Frau zu übergeben. Den in Arabisch verfassten Brief habe er aus einem Fenster des Flugzeuges geworfen.

Allerdings verlangte er auch die Freilassung weiblicher Häftlinge in Ägypten. Auch diese Forderungen habe der Ägypter in einem Brief gestellt. Man warte nun auf die offizielle Übersetzung, sagte der zyprische Regierungssprecher Nikos Christodoulides. Die zyprischen Behörden schlossen einen terroristischen Hintergrund aus und beschrieben den Mann als "labil".

ARD-Korrespondent Michael Schramm spricht von einer "Eifersuchtstat, die politisch angereichert wurde".

Flugzeugentführung in Zypern beendet
tagesthemen 21:35 Uhr, 29.03.2016, Volker Schwenck, ARD Kairo

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Die Behörden veröffentlichten inzwischen auch den Namen des Täters, der demnach im Großraum Kairo lebt. Zuvor war eine andere Person beschuldigt worden, die aber offenbar lediglich als Passagier in der Maschine saß. Der Ägypter - ein Professor der Tiermedizin aus Alexandria - befand sich auf dem Weg nach New York zu einer Konferenz.

Entführt und nach Zypern umgeleitet

Der Airbus mit der Flugnummer 181 war auf einem Flug von Alexandria nach Kairo. Der nach eigenen Angaben mit einem Sprengstoffgürtel bewaffnete Täter zwang die Maschine auf einen anderen Kurs und schließlich zur Landung in der zyprischen Hafenstadt Larnaka. Inzwischen ist klar, dass der Sprengstoffgürtel eine Attrappe war. Dies bestätigte der zyprische Außenminister Ioannis Kassoulides.

An Bord waren nach widersprüchlichen Angaben des ägyptischen Luftfahrtministeriums 55 bis 81 Menschen, unter ihnen auch viele Ausländer.

Eine Stunde danach begann er mit der Freilassung erster Passagiere. Bis kurz vor Ende blieben sieben Geiseln an Bord - drei Flugreisende, der Flugkapitän, der Co-Pilot, eine Flugbegleiterin sowie ein Sicherheitsangestellter.

Screenshot flightradar24 | Bildquelle: Screenshot flightradar24.com
galerie

Der Screenshot von flightradar.com zeigt die Route von Flug MS 181.

Kritik an Flughafensicherheit

Die Sicherheit an ägyptischen Flughäfen war im vergangenen Jahr in die Kritik geraten, nachdem ein vom Badeort Scharm el Scheich gestarteter russischer Urlaubsflieger Ende Oktober nach einer Bombenexplosion über der Sinai-Halbinsel abgestürzt war. Alle 224 Insassen starben. Auch Staatspräsident Abdel Fattah al-Sisi hatte nach langem Zögern indirekt zugegeben, dass es sich um einen Terrorakt handelte. Moskau hatte die Verbindungen in das beliebte Urlaubsland nach dem Absturz unterbrochen. Die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) hatte sich zu der Tat bekannt.

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