Flüchtlinge auf isländischen Schiff im Hafen von Messina | Bildquelle: AP

Entscheidung der Gesellschaft für deutsche Sprache "Flüchtlinge" ist Wort des Jahres

Stand: 11.12.2015 12:51 Uhr

Aus rund 2500 Vorschlägen haben die Sprachforscher ausgewählt: "Flüchtlinge" ist das Wort des Jahres 2015. Es stehe für das beherrschende Thema, begründete die Gesellschaft für deutsche Sprache in Wiesbaden ihre Entscheidung.

"Flüchtlinge" ist zum Wort des Jahres 2015 gekürt worden. Es stehe "nicht nur für das beherrschende Thema des Jahres", sondern sei auch "sprachlich interessant", begründete die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) in Wiesbaden die Entscheidung.

Die Jury habe auch über Vorschläge wie "Flüchtlingsflut" oder "Asylantenflut" diskutiert, diese aber bewusst nicht gewählt, weil darin Menschen zu einer undefinierbaren Masse herabgewürdigt werden.

Die Jury hatte aus rund 2500 Vorschlägen einen Begriff gewählt, der das politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben eines Jahres sprachlich besonders bestimmt hat.

"Je suis Charlie" auf Platz zwei

Auf Platz zwei der Wörter dieses Jahres kam "Je suis Charlie". Mit dem Spruch bekundeten nach dem Terroranschlag auf das französische Satireblatt "Charlie Hebdo" weltweit Millionen Menschen ihre Solidarität mit den Opfern. Der GfdS-Vorsitzende Prof. Peter Schlobinski hob hervor, dass es selten sei, das sich ein französischer Satz in der deutschen Sprache so durchsetze. Auf den dritten Platz wurde "Grexit" für den zeitweise drohenden Ausschluss Griechenlands aus dem Euro gewählt.

2014 hatte die Jury "Lichtgrenze" in Anspielung auf die Lichtinstallation bei den Berliner Feiern zu 25 Jahren Mauerfall zum Wort des Jahres gewählt. Die Aktion der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) gibt es bereits seit dem Jahr 1977.

Wörter des Jahres seit 2004
2015: Flüchtlinge
2014: Lichtgrenze
2013: GroKo
2012: Rettungsroutine
2011: Stresstest
2010: Wutbürger
2009: Abwrackprämie
2008: Finanzkrise
2007: Klimakatastrophe
2006: Fanmeile
2005: Bundeskanzlerin
2004: Hartz IV

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 11. Dezember 2015 um 10:45 Uhr.

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