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Konsequenzen aus Libor-Skandal
EU-Kommissar Barnier will Zinsmanipulationen bestrafen
Die Europäische Kommission will gegen Zinsmanipulationen in der EU vorgehen. Solche Eingriffe müssten bestraft werden, sagte ein Sprecher von EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier.
Geplante Regeln gegen Marktmissbrauch wie zum Beispiel den Handel mit Insider-Informationen sollen erweitert und rechtliche Schlupflöcher geschlossen werden.
Ermittlungen gegen internationale Großbanken
Die EU-Kommission will damit die Konsequenz aus den manipulierten Libor-Zinssätzen ziehen: Internationale Behörden ermitteln derzeit gegen mehr als ein Dutzend Großbanken, die im Verdacht stehen, den für ihre untereinander vergebenen Kredite maßgeblichen Zinssatz Libor gezielt gelenkt zu haben.
Im Libor-Fall wird unter anderem auch gegen die Deutsche Bank und die Schweizer UBS ermittelt. Sie sollen von 2005 bis 2009 den Referenz-Zinssatz und andere Marktzinsen mit falschen Angaben manipuliert haben, um ihre wahren Refinanzierungskosten zu verschleiern und Handelsgewinne einzustreichen. Im Zentrum der Untersuchungen steht die britische Bank Barclays, die als erstes Geldhaus ein Fehlverhalten einiger Händler eingeräumt hatte und zu einer Strafzahlung von fast einer halben Milliarde Dollar verurteilt wurde.
"Konsequenzen für das ganze System"
"Wir müssen die Lektionen aus dem Libor-Fall lernen", sagte Barniers Sprecher. Die EU-Kommission wolle deshalb künftig Zinsmanipulationen in ihren Strafen-Katalog aufnehmen. Barnier selbst hatte die verfälschten Raten in der "Financial Times" als "Betrug" bezeichnet, der möglicherweise "Konsequenzen für das ganze System" haben könne.
Die Verhandlungen mit dem EU-Parlament und den Mitgliedsländern über neue Gesetze gegen Marktmissbrauch laufen bereits. Sollten die Richtlinien vom EU-Parlament und den Staatsregierungen gebilligt werden, hätten sie in allen 27 Mitgliedstaaten Gültigkeit.
Stand: 09.07.2012 16:48 Uhr
