WhatsApp-Mitbegründer Koum 2014 | Bildquelle: dpa

Koum verlässt Facebook WhatsApp-Gründer will nicht mehr

Stand: 01.05.2018 09:58 Uhr

Durch den Verkauf von WhatsApp an Facebook wurde Jan Koum 2014 Milliardär. Dem Unternehmen blieb er erhalten. Bis jetzt. Nun will sich Koum privaten Interessen widmen. Steckt ein Streit mit Zuckerberg dahinter?

WhatsApp-Mitgründer Jan Koum verlässt Facebook. Es sei Zeit für Veränderung, schrieb Koum in einem Eintrag in dem sozialen Netzwerk. WhatsApp wurde 2014 von Facebook für rund 19 Milliarden Dollar übernommen. Koum blieb danach dem Unternehmen erhalten. Sein Mitbegründer Brian Acton hatte Facebook im vergangenen Jahr verlassen.

Koum schrieb, er werde sich nun eine Auszeit für Dinge außerhalb der Technologie-Branche nehmen, "zum Beispiel seltene luftgekühlte Porsche-Autos sammeln" sowie an seinen Autos arbeiten und Frisbee spielen.

Zuckerberg bedankt sich

US-Medienberichten zufolge könnte ein Streit mit Facebook über den Schutz von Nutzerdaten zu Koums Entscheidung beigetragen haben, seine Position als Führungskraft bei dem Unternehmen aufzugeben.

In einer Antwort auf Koums Ankündigung schrieb Facebook-Chef Mark Zuckerberg, er werde die Zusammenarbeit mit ihm vermissen. "Ich bin dankbar für alles, (...), was du mir beigebracht hast, darunter das über Verschlüsselung und deren Fähigkeit, die Macht von zentralisierten Systemen zu nehmen und zurück in die Hände der Menschen zu legen."

WhatsApp fehlt Strategie zum Geldverdienen

WhatsApp hat sich der Verschlüsselung von Textnachrichten verschrieben, so dass diese lediglich von Sender und Empfänger gelesen werden können. Außerdem gibt es in der App bislang keine Werbung. Eine Strategie, wie der Chat-Dienst sich finanziell rentieren soll, wurde bisher nicht entwickelt. Dies könnte ein Grund für den Rückzug Koums gewesen sein. In der Vergangenheit hatte er sich kritisch über Online-Werbung geäußert. Sie sei eine "Beleidigung der Intelligenz", schrieb er 2012 in einem Blogpost.

Der Rückzug von Koum wird von Beobachtern als ungewöhnlicher Schritt bewertet. Bisher hatte der Facebook-Führungszirkel dem Unternehmen in dem jüngsten Cambridge-Analytica-Datenskandal die Treue gehalten.

Weltweit nutzen rund 1,2 Milliarden Menschen WhatsApp.

Zweiter WhatsApp-Gründer verlässt Facebook
Marcus Schuler, ARD Los Angeles
01.05.2018 09:25 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 01. Mai 2018 um 08:00 Uhr.

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