Silhouette eines Rauchers, der sich eine Zigarette anzündet.

WHO-Tabakbericht 2017 Weniger Raucher - aber immer noch zu viele

Stand: 19.07.2017 19:00 Uhr

Laut der Weltgesundheitsorganisation wirken die Maßnahmen gegen Rauchen. Trotzdem sterben jährlich rund sieben Millionen Menschen an den Folgen. Kritik gab es an Bund und Ländern in Deutschland, das laut WHO immer noch zu wenig dagegen tut.

Von Wolfgang Wanner, ARD-Studio Genf

Von Tabakwerbeverboten, Rauchverboten oder Warnhinweisen auf Zigarettenpackungen profitieren derzeit rund 60 Prozent der Weltbevölkerung, erklärt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in ihrem neuen Bericht. Dennoch sterben nach wie vor jährlich rund sieben Millionen Menschen an den Folgen von Tabakkonsum. Die WHO ruft deshalb die Regierungen weltweit auf, die Präventionsarbeit zum Schutz der Bevölkerung weiter zu intensivieren.

Schockfotos und Warnhinweise wirken

Inzwischen sind Schockbilder und Warnhinweise auf Zigarettenschachteln in 78 Ländern Pflicht, darunter Länder wie etwa Indien, Bangladesch und Namibia. In Deutschland und der EU müssen seit Mai 2016 auf den Zigarettenpackungen Warnhinweise und drastische Fotos abgebildet sein, um potenzielle Raucher abzuschrecken. Die WHO ist davon überzeugt, dass diese Maßnahmen Wirkung zeigen.

Schockbilder auf Zigarettenpackungen
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Schockbilder auf Zigarettenpackungen zeigen laut WHO Wirkung.

Die Organisation wisse, dass Warnhinweise auf Tabakprodukten Nutzer dazu animierten, mit dem Rauchen aufzuhören - wenn sie groß genug sind und die gesundheitlichen Folgen zeigen, sagt Kerstin Schotte von der WHO. Zudem würden sie junge Menschen, die noch nicht rauchen, davon abhalten.

Neben den Warnhinweisen gibt es ein ganzes Bündel an Präventionsmaßnahmen, die in der WHO-Tabakrahmenkonvention festgelegt sind. Dies sind unter anderem die regelmäßige Untersuchung des Tabakkonsums sowie der Präventionsarbeit, Schutz von Nichtrauchern vor Tabakrauch, Raucherentwöhnungsprojekte, Tabakwerbeverbote und Erhöhung von Steuern auf Tabakprodukte.

Rund sieben Millionen Tabak-Tote jährlich
tagesschau 12:00 Uhr, 20.07.2017, Wolfgang Wanner, ARD Genf

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Deutschland bei Tabakwerbeverboten Schlusslicht

Nachholbedarf sieht die WHO vor allem bei Werbeverboten: Nur 37 Länder hätten diese gesetzlich verankert. Deutschland ist neben Bulgarien Schlusslicht in der EU, wenn es um Tabakwerbeverbote geht. Zwar gibt es schon einige Einschränkungen hierzulande: So sind Werbespots für Tabakprodukte im Radio und Fernsehen verboten, auch Tabakwerbung in Zeitungen, Zeitschriften und im Internet ist untersagt.

Plakat mit Zigarettenwerbung
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Plakatwerbung für Zigaretten ist in Deutschland weiter erlaubt.

Allerdings ist es nach wie vor möglich, für Zigaretten auf Plakatwänden zu werben. Über einen entsprechenden Gesetzesentwurf wurde wegen des Widerstands aus den Reihen der Unionsfraktion im Bundestag in dieser Legislaturperiode erst gar nicht abgestimmt. Die WHO erwartet von Deutschland, dass es möglichst rasch ein entsprechendes Verbot beschließt. Denn jede Zigarettenwerbung würde zum Rauchen animieren, so Schotte.

Noch zu wenige rauchfreie Zonen

In Deutschland sind für rauchfreie Zonen aber die Länder zuständig - und ganz unterschiedlich fallen deshalb die Regelungen aus. Die WHO empfiehlt ein möglichst umfassendes Rauchverbot ohne Ausnahmen. Positiv vermerkt die WHO in ihrem Bericht, dass einige Städte unabhängig von den Gesetzen ihres Landes weitreichende Rauchverbote erlassen haben. Darunter fallen zum Beispiel Mexiko City, Peking und Hongkong. In insgesamt 55 Ländern gibt es umfassende Gesetze über rauchfreie Zonen - Deutschland ist auch hier nicht dabei.

Steuern und Preise wirksame Mittel

In Deutschland sind in den vergangenen Jahren die Preise für Tabakprodukte kontinuierlich gestiegen, da die Steuern angehoben wurden. Aus Sicht der WHO könnten diese noch weiter angehoben werden - wie etwa in England. Höhere Steuern seien ein effizientes Mittel um Tabakkonsum zu reduzieren schreibt die WHO in ihrem Bericht. Gleichzeitig sei es das Instrument, das am wenigsten genutzt würde.

Tabakindustrie will Maßnahmen verhindern

Einflussnahme der Tabakindustrie sei, so sagt Douglas Bettcher von der WHO, für viele Länder ein "tödliches Hindernis" für ihre Präventionsarbeit. Die Organisation hat mögliche Formen der Einflussnahmen untersucht. Sie reichen von Lobbyarbeit über die gezielte Diskreditierung von wissenschaftlichen Arbeiten bis hin zur Einschüchterung von Regierungen mit Klagen wie etwa im Fall von Uruguay, das von Philipp Morris wegen der Verschärfung der Tabakgesetze auf 25 Millionen US-Dollar verklagt wurde.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 20. Juli 2017 um 06:29 Uhr.

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