Weingläser | Bildquelle: picture alliance / Arco Images

Demografischer Wandel Der deutsche Wein hat ein Altersproblem

Stand: 07.03.2018 10:50 Uhr

Der demografische Wandel macht den deutschen Winzern zu schaffen: Der Absatz geht zurück, weil ältere Weintrinker sterben - und jüngere Menschen zu wenig kaufen, um den Verlust zu kompensieren.

Im Export läuft es für die deutsche Weinbranche wieder besser - doch hierzulande hat sie mit der alternden Gesellschaft zu kämpfen. Nach Angaben des Deutschen Weininstituts (DWI) ist der Umsatz mit Wein im Jahr 2017 um fünf Prozent gesunken. Wesentlicher Grund: der demografische Wandel.

Zwar kauften junge Menschen etwas mehr Wein als zuvor, sagte DWI-Geschäftsführerin Monika Reule. "Diese Zuwächse können allerdings nicht die zurückgehenden Weineinkäufe der älteren Bevölkerung kompensieren." Soll heißen: Es sterben viele Senioren, die relativ viel Wein getrunken haben - und diese Absatzlücke wird nicht durch junge Kunden kompensiert. Auch der Trend zu einer bewussteren Ernährung habe zu dem Rückgang geführt, sagte Reule. Auch andere Weinnationen wie Frankreich und Italien hätten mit diesem Problem zu kämpfen.

Sechs Milliarden Euro pro Wein jährlich

Die Angaben des DWI basieren auf einer Analyse des Marktforschers GfK von 30.000 Haushalten. Nach einer separaten DWI-Schätzung geben Bundesbürger jährlich etwa sechs Milliarden Euro für Wein aus.

Die deutsche Weinbranche mit ihren gut 100.000 Hektar Anbaufläche erstreckt sich auf 13 Gebiete. Der Schwerpunkt des Anbaus liegt in Rheinland-Pfalz. Die Branche ist seit Jahren im Aufwind, hat aber immer mal wieder mit widriger Witterung und Ernteausfällen zu kämpfen. Im langjährigen Mittel werden pro Jahr etwa neun Millionen Hektoliter Wein gelesen (900 Millionen Liter).

Beim Auslandsgeschäft ist die Entwicklung den DWI-Angaben zufolge besser als im Inland: Die Exporte legten im Umsatz den Angaben zufolge erstmals seit 2013 wieder zu und stiegen um sieben Prozent auf 308 Millionen Euro. Ein Grund: Das Image des hiesigen Weingeschäfts im Ausland hat sich verbessert. Zudem wurde in Ländern wie Polen das Verkaufsangebot ausgeweitet. Grob gesagt ein Achtel der deutschen Weinernte geht in den Export.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 07. März 2018 um 14:41 Uhr.

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